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Champ de Blé

Ident. Nr.: B 1306

ObjID: obj:964787

1985 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Pavlos Dionysopoulos (1930 - 2019),
Künstler*in
Datierung
1983
Weitere Titel
Sammlungstitel: Champ de Blé
Getreidefeld
Material / Technik
Plakatpapier und Plexiglas
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 170 x 296 x 3 cm
Erwerbung
1985 Ankauf von der Galerie Redmann, Berlin (West), durch das Land Berlin aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

Der auf dem Peloponnes geborene Künstler, der stets mit seinem Vornamen signierte, arbeitete bereits in der Werbung und als Bühnenbildner, bevor er zwischen 1949 und 1953 an der Kunsthochschule in Athen studierte. Kurz danach erhielt er sein erstes Stipendium für einen Aufenthalt in Paris, wo er sich an der Académie de la Grande Chaumière einschrieb. Er trat schnell in Kontakt mit Vertretern der Pop-Art und des Nouveau Réalisme, die sein künstlerisches Schaffen in Richtung der Objektkunst lenkten und seinen Blick für das Alltägliche schulten. Mit dem Plakatpapier als bevorzugtem Arbeitsmaterial reflektiert Pavlos Massenproduktion und Konsumgesellschaft. Seine Werke bewegen sich zwischen Bildhauerei und Malerei. Neben seinen skulpturalen Arbeiten aus Papier schuf er dreidimensionale Arbeiten aus Papierstreifen, mit denen er Effekte der figurativen Malerei erreichte. Die Papierschnitzel sind im vorliegenden Werk das ausschließliche Arbeitsmaterial und somit Form, Farbe und Materie zugleich. In „Weizenfeld“ wird die klassische Leinwand durch polychrome Plakatfetzen ersetzt. Die mit den Papierstreifen generierten optischen Wellen und Vibrationen lassen fast schon synästhetisch nachempfinden, wie der Wind über das Weizenfeld streicht – ein einfaches Sujet, das Pavlos Faszination für die alltäglichen Dinge zum Ausdruck bringt. | Lola Inó Schönherr

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson