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Stehende I

Ident. Nr.: B III 134 a

ObjID: obj:964792

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Kasper (1893 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stehende I
Übersetzung: Standing Woman I
Originaltitel: Camminando
Provenienz
Atelierhaus Klosterstraße, vermutlich Eigentum des Künstlers,
bis 1945
geborgen aus dem Atelierhaus Klosterstraße, Berlin,
um 1945
Verwahrung: Nationalgalerie Berlin, vom Magistrat von Groß-Berlin, Amt Museen und Sammlungen, Referat Rückführungen,
5.11.1949
Ottilie Kasper, Gauting,
1972
Material / Technik
Stukko und Gips
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 154 x 48 x 40 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1972 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Ottilie Kasper, Gauting

Objektbeschreibung

Der Österreicher Ludwig Kasper hatte 1925 sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in München abgeschlossen und arbeitete nach einem Studienjahr in Paris zwischen 1930 und 1933 im schlesischen Berna auf dem Gut der Familie seiner Frau, der Malerin und Bildhauerin Ottilie Kasper. Die „Stehende I“ ist eine von Kaspers frühesten erhaltenen Skulpturen. Sie zeichnet sich durch ihre statuarische Haltung und ausdrucksvollen, reduziert eingesetzten, stilisierten Gesten aus, die typisch für den Bildhauer werden sollten. In seinen Arbeiten ging es Kasper um die Geschlossenheit der Form, die sich in einem additiven Aufbau äußert. Die Auseinandersetzung mit der griechisch-archaischen Plastik der Antike ist in seinen Werken offenkundig. Werner Haftmann beschrieb Kaspers Skulpturen und die anderer jüngerer Künstler 1934 als ein Zurückgehen zu den strukturellen Eigenheiten der Bildhauerei, die sich in der Darstellung „einfacher, frontaler Motive, des Stehens, Sitzens und Schreitens [äußerten], die, im Motiv unaktiv, den Begriff der reinen, für sich bestehenden Form nicht angreifen“ (Werner Haftmann, Grundsätzliches über die neue Bildhauerei, in: Kunst der Nation, 11. Jg. [1934], H. 17, S. 2). Die Nationalgalerie besitzt zwei Versionen der „Stehenden I“. Die Stukkofassung (B III 134 a) wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen mit der „Schreitenden I“ (B III 38 a) aus dem mittlerweile zerstörten Haus der Ateliergemeinschaft Klosterstraße geborgen, in dem Kasper seit 1933 zusammen mit Künstlern wie Hermann Blumenthal, Werner Heldt und Werner Gilles ein Atelier genutzt hatte. Bis 1971 verblieb die Stukkofassung zur Aufbewahrung in der Nationalgalerie (Ost). In jenem Jahr fertigte man mit Erlaubnis der Witwe des Künstlers einen Bronzeguss davon an und erwarb diesen für die Nationalgalerie. Auch die Stukkoplastik verblieb dort. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz