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Singender Mann

Ident. Nr.: B I 652

ObjID: obj:964812

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernst Barlach (1870 - 1938),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Singender Mann
Übersetzung: Singing Man
Provenienz
möglicherweise Galerie Franz, Berlin,
1946–1949
Kauf: Magistrat von Groß-Berlin,
1949–1951
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 50 x 46 x 42 cm
Erwerbung
1949 Ankauf für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Die Plastik „Singender Mann“ gehört zu den populärsten Arbeiten Barlachs: Sie ist in zahlreichen Sammlungen vertreten und wird immer wieder abgebildet. Angeregt durch die Aufträge zum „Schwebenden“ (1927) im Güstrower Dom und zum „Geistkämpfer“ (1928) in Kiel entwickelte Barlach kleinere Arbeiten speziell für den Bronzeguss. Mit der Galerie Flechtheim schloss er 1930 einen Vertrag über erste Güsse, die in der renommierten Gießerei Hermann Noack, Berlin, gefertigt wurden. Zunächst war die Auflage des „Singenden Mannes“ auf zehn Arbeiten limitiert, bis 1938 vermerkt das Auftragsbuch jedoch schon 16 Exemplare, bis 1940 kamen, trotz Verfemung des Künstlers, noch einmal etwa vierzig Stück hinzu (WVZ Laur 2006, 432). Die Figur des in gelöster Haltung leicht zurückgelehnt sitzenden jungen Mannes, der mit geschlossenen Augen singt, beide Hände unter das hochgezogene rechte Knie gelegt, findet sich annähernd bereits auf einer Zeichnung von 1912 (WVZ Wittboldt/Laur 2013, Teil 1, 1189). Entgegen der Blockhaftigkeit der meisten seiner Figuren hat Barlach hier ausgreifende, offene Formen verwendet, die den von Armen und Beinen umschlossenen Raum in die Wirkung einbeziehen. Bertolt Brecht sah den 1951 in die Nationalgalerie (Ost) gelangten „Singenden Mann“ in der Barlach-Ausstellung der Akademie von 1951/1952; er beschrieb ihn als „kühn, in freier Haltung, deutlich arbeitend an seinem Gesang. Er singt allein, hat aber anscheinend Zuhörer. Barlachs Humor will es, daß er ein wenig eitel ist, aber nicht mehr, als sich mit der Ausübung der Kunst verträgt“ (Bertolt Brecht, Notizen zur Barlach-Ausstellung, in: Sinn und Form, 4. Jg. [1952], H. 1, S. 184). | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans