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Selbstbildnis

Ident. Nr.: NG 31/60

ObjID: obj:964866

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Joachim Dunkel (1925 - 2002),
Künstler*in
Datierung
1954 (Guss 1960)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Selbstbildnis
Übersetzung: Self Portrait
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe: 37 cm
Erwerbung
1960 Ankauf vom Künstler über die Galerie Gerd Rosen, Berlin (West), aus Spenden der Victoria-Versicherung

Objektbeschreibung

Nach der Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft begann Dunkel 21-jährig seine Ausbildung an der nach dem Krieg neu gegründeten Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. Zunächst Schüler in der Klasse der Malerin und Grafikerin Eva Schwimmer, zog es ihn schon bald in die Bildhauereiklasse von Bernhard Heiliger, dem er 1949 an die Charlottenburger Hochschule für Bildende Künste folgte. Im Gegensatz zu seinem Lehrer löste sich Dunkel zeitlebens nicht von der menschlichen Figur. Neben Denkmalaufträgen und Statuetten waren Porträts ein bestimmendes Thema seines Schaffens: Es entstanden circa 45 Bildnisse sowie 10 Selbstporträts. Sein 1954 entworfenes Selbstbildnis beschreibt ihn als jungen Mann mit wachem Blick, ruhig konzentrierten Gesichtszügen und charakteristischer Nase. Deutliche Arbeitsspuren erzeugen eine lebendige Oberfläche auf der in klare Einzelvolumen gegliederten Fläche. Das Selbstbildnis ist charakteristisch für Dunkels Frühwerk, während er sich in seinen späteren Plastiken verstärkt einer offenen, porösen Oberflächengestaltung zuwandte, die ihre Entsprechung in einer radikalen Torsierung, Deformierung und Fragmentierung der bildhauerischen Form fand. Dunkel sah in dieser Arbeitsweise die Möglichkeit, den Werken eine inhaltliche Offenheit und Verletzlichkeit einzuschreiben. Der Guss der 1954 entworfenen Büste gelangte 1960 als Schenkung der Victoria-Versicherung Berlin in die Sammlung der Nationalgalerie. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson