Am Stadtrand
Ident. Nr.: A IV 48
ObjID: obj:964876
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1926
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Am StadtrandÜbersetzung: On the Outskirts
- Provenienz
- im Besitz des Künsters,
1958Nachlass/Vermächtnis: Prof. Lea Grundig, Dresden,
1958–1965 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 80,5 x 120 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/964876
Objektbeschreibung
Das Gemälde „Am Stadtrand“ zeigt einen in dunklen, erdigen Farben gehaltenen, im Hintergrund verwaisten Straßenzug, der von Mauern und kahlen Bäumen gesäumt ist. Es ist eine trostlose, düstere Szenerie, in deren Vordergrund eine einfach gekleidete Mutter mit ihren drei Kindern platziert ist. Die Personen haben nicht zuletzt durch ihre stark konturierten ernsten Gesichtszüge eine starke Präsenz, ohne jedoch direkt Kontakt mit den Betrachter:innen aufzunehmen. Verloren wirkt die Gruppe und gleichsam haltsuchend in der einsamen Vorstadttristesse. Das im Hintergrund tobende Gewitter ist, ebenso wie die Straße, ein Motiv, das sich in vielfältigen Varianten durch zahlreiche Werke Grundigs aus der Zeit der Weimarer Republik zieht und zu dessen Bedeutung die Künstlerin Lea Grundig, die Ehefrau des Malers, Jahrzehnte später schrieb: „Gewitter bedeutet bei Hans immer gesellschaftliche Spannung. Beinahe jede Landschaft der Weimarer Zeit hat das Gewittrige der herannahenden Katastrophe“ (Lea Grundig, Über Hans Grundig und die Kunst des Bildermachens, Berlin [Ost] 1978, S. 42). In der Tat beobachtete Grundig die soziale Wirklichkeit seiner Zeit genau und thematisierte sie schon früh in seinem Werk. Damit war er in seiner Heimatstadt Dresden nicht allein. Realistische Darstellungen des proletarischen Alltags beispielsweise von Otto Griebel, Wilhelm Lachnit oder Friedrich Skade gehörten seit Beginn der 1920er-Jahre zur Malerei in jener Stadt. Viele Werke dieser Künstler – darunter auch Grundigs „Am Stadtrand“ – waren 1926 in der lokalen Sektion der „Internationalen Kunstausstellung“ in Dresden zu sehen. | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de