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Amaryllis

Ident. Nr.: A IV 202

ObjID: obj:964942

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Franz Lenk (1898 - 1968),
Künstler*in
Datierung
1930
Abmessungen
Höhe x Breite: 66 x 44 cm
Erwerbung
1930 Ankauf durch Eduard Freiherr von der Heydt für den Verein der Freunde der National-Galerie

Objektbeschreibung

Pflanzen aus fernen Ländern wie die Amaryllis, Kakteen oder Sukkulenten waren in den 1920er- und 1930er-Jahren sehr beliebt: Eingetopft und selbst in dunklen Mietwohnungen leicht zu pflegen, verliehen sie dem bürgerlichen Heim ein exotisches Flair. Wie viele Maler der Neuen Sachlichkeit bemühte sich auch Lenk, diese und ähnliche Alltagsdinge mit größtmöglicher Präzision wiederzugeben. Durch das ungewöhnliche Setting (im Vordergrund die subtropische Zimmerpflanze, im Hintergrund eine nebelige Landschaft mit Pappeln, wie man sie in unseren Breitengraden kennt) und die Kombination verschiedener Sehdistanzen (mikroskopische Nahsicht und normale Augenentfernung) hat der Künstler dem scheinbar harmlosen Motiv eine geheimnisvolle Wirkung verliehen, die auf einen weiteren, jenseits der sichtbaren Wirklichkeit existierenden Bedeutungsraum hinweist. Seine altmeisterliche Technik – Eitempera auf Leinwand auf Holz – sollte wenig später auch die Nationalsozialisten entzücken. Lenk erhielt 1933 eine Professur an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, nutzte diese Position aber auch für solidarisches Engagement mit verfemten Künstlerkollegen wie Otto Dix. 1935 zog sich der Maler in die „innere Emigration“ zurück. Im Berliner Kupferstichkabinett befindet sich eine 1927 entstandene Studienversion der „Amaryllis“. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson