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Balletteuse

Ident. Nr.: B 182

ObjID: obj:964953

1957 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Oskar Moll (1875 - 1947),
Künstler*in
Datierung
1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Balletteuse
Übersetzung: Ballet Dancer
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1947
Nachlass/Vermächtnis: Margarete Moll-Haeffner, Berlin und Düsseldorf,
1947–1957
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1957–1968
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 115,5 x 101 cm
Erwerbung
1957 Ankauf von Margarete Moll, Düsseldorf, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Eine junge Frau sitzt in einem mintgrünen Rüschenkleid auf einem Stuhl mit geflochtener Rückenlehne. Der Hintergrund setzt sich aus allerlei rechteckigen, verschiedenfarbigen Flächen zusammen, die mit ihrem kräftigen Kolorit und spitzen Formen im Kontrast zu der nur dünn aufgetragenen Farbe und den runden Formen des Rüschenkleids stehen. Bei der Darstellung handelt es sich um einen Hybrid aus Abstraktion und Figuration, kubistischer Komposition und menschlicher Figur. Die Tänzerin hat einen Spiegel in der linken Hand, wohl um sich darin zu betrachten. Mit der Rechten hält sie ihre rote Perlenkette, als prüfe sie deren Sitz. Ihre braunen Haare sind zusammengesteckt und mit Blumen geschmückt, ihre Lippen rot geschminkt. Sie scheint sich gerade für die Bühne zurechtzumachen. Offenbar war Moll hier weniger am Tanz als bewegter Körperkunst interessiert als an der Ballerina als Person. Er stellte die junge Frau nicht in einer Pose oder einem Moment der Bewegung dar, sondern die Betrachter:innen wird zum Zeugen ihrer Vorbereitung kurz vor dem Auftritt. Modell hatte wohl die Tänzerin Hella Nebelung (1912–1985) gestanden, eine Freundin von Marg Moll, der Ehefrau des Künstlers. Nebelung trat an der Düsseldorfer Oper auf und hatte dort ein kleines Studio, in dem sich befreundete Künstler, darunter die Molls, des Öfteren trafen. 1945 eröffnete sie in Düsseldorf auch eine Kunstgalerie, in der sie abstrakte Werke ausstellte. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson