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Dreidimensionale Oberfläche

Ident. Nr.: B 1238 (01-10)

ObjID: obj:964963

1983 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kosta Bogdanović (1930 - 2012),
Künstler*in
Datierung
1970-1980
Weitere Titel
Sammlungstitel: Dreidimensionale Oberfläche
Trodimenzionalna povrschina / Тродимензионална површина
Übersetzung: Three-Dimensional Surface
Abmessungen
Höhe x Breite: variierend; jeweils zwischen 34 x 50 cm
Breite: gesamt: 411,5 cm
Erwerbung
1983 Ankauf vom Künstler, Belgrad, durch das Land Berlin aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

„Dreidimensionale Oberfläche“ ist eine Serie von zehn fast identischen konzeptionellen und minimalistischen Gemälden, in denen Bogdanović die dritte Dimension im Rahmen des eigentlich zweidimensionalen Mediums der Malerei untersucht. Der serbisch-jugoslawische Theoretiker, Kunsthistoriker und Bildhauer schloss 1962 sein Studium der Kunstgeschichte an der Universität Belgrad ab. Parallel studierte er von 1958 bis 1961 Bildhauerei im Atelier des Künstlers Sreten Stojanović in Belgrad. Die Verbindung von Theorie und Praxis zeigt sich in den durchdachten und reduzierten Formen, die er in seiner fünfzig Jahre umspannenden Laufbahn geschaffen hat. In seinem Schaffen erforscht Bogdanović die Kategorien des Schönen, des Erhabenen, Stillen und Spirituellen. Sie bilden die Grundbegriffe seiner künstlerischen Poetik. Er ließ sich von der byzantinischen, islamischen und japanischen Kultur inspirieren, deren Spiritualität und Tradition im Gegensatz stehen zu dem aufgeladenen Ausdruck, der die Kunst des 20. Jahrhunderts kennzeichnet. Bogdanović begründete eine Theorie der visuellen Kultur, die er zum ersten Mal in seinen Lehrveranstaltungen an den Kunstakademien in Sarajevo und Novi Sad vorstellte. Neben seiner künstlerischen Praxis arbeitete Bogdanović ab 1967 als Kurator für die pädagogische Abteilung des Museums für zeitgenössische Kunst in Belgrad, das er dann von 1985 bis 1987 leitete. | Svetlana Jevtovic Montua

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz