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Mädchenkopf

Ident. Nr.: B III 214

ObjID: obj:965007

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Adam Antes (1891 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1915
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mädchenkopf
Übersetzung: Head of a Girl
Provenienz
Käthe Kern, Berlin,
1983
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 52,5 x 20 x 23,5 cm
Erwerbung
1983 Schenkung Käthe Kern, Berlin

Objektbeschreibung

Der gelernte Bildhauer und Steinmetz Antes stammte aus einfachen Verhältnissen. Später erinnerte sich der in Worms Aufgewachsene, dass er 1901, als Zehnjähriger, eine Ausstellung der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe in Darmstadt besucht hatte (vgl. Adam Antes, „Kurzer Lebensbericht“, in: Adam Antes. Skulpturen – Flugobjekte, Ausst.-Kat., Duisburg, 1975, o. S.). Während seines Wanderjahres als Geselle kam er erneut nach Darmstadt und knüpfte dort Kontakte zu Künstlern. Von 1914 bis 1944 arbeitete Antes in einem Atelier auf der Mathildenhöhe; nach dessen Zerstörung im Krieg kehrte er nach Worms zurück. Das Schaffen der Künstler auf der Mathildenhöhe, das vor allem mit dem Jugendstil sowie der Verbindung zwischen bildender und angewandter Kunst verknüpft ist, hat ihn stark beeinflusst, ebenso wie das Werk des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck. Antes’ Büsten und Figuren zeichnen sich häufig durch glatte Oberflächen und expressive Gesten aus. Gesichtszüge hat der Künstler abstrahiert, so auch in diesem „Mädchenkopf“, dessen Form dadurch und durch den abgeflachten Hinterkopf in die Länge gezogen wirkt. Der etwas träumerisch erscheinende Ausdruck des Mädchens mit seinem geneigten Kopf ist für Antes’ Werke der 1920er-Jahre offenbar typisch. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson