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Rheinbrücke in Köln Verso: Mädchen am Strand, 1913

Ident. Nr.: A II 319

ObjID: obj:965043

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernst Ludwig Kirchner (1880 - 1938),
Künstler*in
Datierung
1914
Weitere Titel
Sammlungstitel: Rheinbrücke in Köln Verso: Mädchen am Strand, 1913
Übersetzung: Bridge over the Rhine in Cologne Verso: Girls on the Beach
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1920
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 120,5 x 91 cm
Erwerbung
1920 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Ebenso wie in anderen Stadtszenen (etwa „Der Belle-Alliance-Platz in Berlin“, B 129) entschied sich Kirchner 1914 oftmals für ungewöhnliche Aufsichten, in denen Architektur und Mensch in neue Relationen zueinander gesetzt sind. Seine „Rheinbrücke in Köln“ basiert auf Skizzen, die während seiner Reise zur „Deutschen Werkbund-Ausstellung“ im Mai und Juni desselben Jahres entstanden waren. Die stählerne Hohenzollernbrücke war zwischen 1907 und 1911 errichtet worden, ein Paradebeispiel moderner Ingenieurskunst, das im Gemälde bekrönt wird vom Symbol der deutschen Gotik: dem Kölner Dom. Dessen aufstrebende Architektur scheint mit den Brückenbögen zu verschmelzen. Im Vordergrund des Bildes hat der Künstler als farbigen Akzent eine Dame mit Sommerkleid und Sonnenschirm platziert, ein „zierliches Dämchen in Rosa“, wie Ludwig Justi 1931 schrieb (Ludwig Justi, Von Corinth bis Klee, Berlin 1931, S. 125). Auf einer separaten Trasse, rechts hinter den hohen Pfeilern, fährt eine Lokomotive über den breiten Fluss. 1920 hat Justi die „Rheinbrücke“ als erstes Gemälde Kirchners für die Nationalgalerie erworben. Während der Zeit des Nationalsozialismus konnte es vor Beschlagnahmung und Bombenangriffen bewahrt werden: Es ist eines der wenigen Werke Kirchners, das durchgängig in der Sammlung verblieb. | Aya Soika

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

Bauer, Weihwasser nehmend

Den Türrahmen fast vollständig ausfüllend, mit schweren Pantinen und großem Hut bekleidet, tritt ein Bauer auf dem in dunklen, erdigen Farben gehaltenen Gemälde von Egger-Lienz über die Schwelle einer einfachen Holzstube. Dabei taucht er seine Hand in ein Weihwasserbecken neben der Tür, ein durchaus übliches Ritual der Reinigung in katholischen Privathaushalten zur Entstehungszeit des Bildes. Ebenso wie dieses Spätwerk des Künstlers ist das gesamte Œuvre des Malers, der an der Münchner Akademie der bildenden Künste studiert hatte, von einer religiös gefärbten, realistischen und gleichsam idealisierenden Darstellung der bäuerlichen Alltagswelt geprägt. Die Formensprache ist dabei auf das Wesentliche reduziert. 1909 schrieb der damals im österreichischen Exil lebende Leo Trotzki anlässlich einer Ausstellung der Wiener Secession über Egger-Lienz’ Arbeiten: „Bei Egger gibt es nichts Überflüssiges. Er hält sich keinen Augenblick bei Einzelheiten auf. Die Farben sind ohne Nuancen, die Schatten der Gestalten nur schematisch angedeutet“ (Leo Trotzki, Die Wiener Secession, in: ders., Literatur und Revolution, Essen 1994, S. 478). Der Künstler selbst sagte über sich: „Ich male keine Bauern, sondern ‚Formen‘, so scheint es mir“ (Brief an O. Kunz, 12.5.1924, zit. nach Wilfried Kirschl, Albin Egger-Lienz, Wien 1977, S. 436). Wahrgenommen wird Egger-Lienz’ Werk dennoch vor allem durch das dominierende Sujet des Bauern und einfachen Mannes, das letztlich auch die konservative, teils nationalistische Rezeption seiner Arbeit bestimmt hat. | Maike Steinkamp