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Stillleben mit Maiglöckchen

Ident. Nr.: NG 67/81 (07)

ObjID: obj:965046

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Emil Rudolf Weiss (1875 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1921
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Maiglöckchen
Übersetzung: Still Life with Lily of the Valley
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
391086
Nachlass/Vermächtnis: Renée Sintenis, Berlin,
1942–1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 42 x 34,5 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Bereits in den späten 1910er-Jahren war Weiß zu einem gefragten Künstler in Berlin geworden. Neben seiner Arbeit an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums, die 1924 mit der Akademischen Hochschule für die bildenden Künste fusionierte, setzte er buchkünstlerische Projekte um und nahm Aufträge für Wanddekorationen wie auch für die Gestaltung von Vasen und Tellern an. Als Maler hatte er ebenfalls Erfolg. Seit 1907 war er Mitglied der Berliner Secession, 1922 wurde er in die Akademie der Künste aufgenommen. Neben Genredarstellungen und Porträts schuf Weiß auch in dieser späteren Werkperiode zahlreiche Stillleben. Eine Auseinandersetzung mit spezifischen Themen seiner Zeit gab es in seinen Arbeiten indes nicht. Charakteristisch für seine Bilder aus jenen Jahren, so auch für das „Stillleben mit Maiglöckchen“ oder das „Tulpenstillleben“ (NG 67/81 [07] und [13]), sind die erdige, oft dunkle Farbauswahl sowie eine stärkere Präzision und Schärfe in der Ausführung als zuvor (vgl. etwa das „Blumenstillleben mit Apfel“, NG 67/81 [09]), die auf eine Beschäftigung mit den Bildern der Neuen Sachlichkeit schließen lassen. Weitere Stillleben Weiß’ in der Sammlung der Nationalgalerie führen unterschiedliche Varianten vor Augen, in denen der Maler die Ausdrucksmöglichkeiten der Gattung erprobte (vgl. NG 67/81 [03], [12], [13] sowie NG 104/81). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson