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La Guerre

Ident. Nr.: NG 15/91

ObjID: obj:965052

Schenkung Otto van de Loo
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Constant (1920 - 2005),
Künstler*in
Datierung
1950
Weitere Titel
Sammlungstitel: La Guerre
Der Krieg
Übersetzung: The War
Originaltitel: De oorlog
Geografische Bezüge
Provenienz
Privatbesitz (vermutlich H. Lazard),
1982
Otto van de Loo,
ca. 1982–1991
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 99,5 x 60 cm
Erwerbung
1991 Schenkung Otto van de Loo, München

Objektbeschreibung

Während eines Aufenthalts in Paris 1950–1952 produzierte Constant eine Reihe von Bildern, in denen er die Gewalt und zerstörerische Kraft des Krieges in expressiven Motiven zum Ausdruck bringt. Zuvor war er 1949 auf einer Fahrt nach Kopenhagen durch das in weiten Teilen zerstörte Deutschland gereist. In „La Guerre“ (Der Krieg) von 1950 wird der Vordergrund des Gemäldes von einer stilisierten menschlichen Figur dominiert, die um Hilfe flehend ihren rechten Arm hebt. Ein Gitternetz aus weißen Linien umschließt den als schwarze Fläche gestalteten Körper und erzeugt ein Gefühl der Beklemmung. Die Gesichtszüge drücken Angst aus, der Mund ist zu einem Schrei geöffnet. In Kontrast dazu ist der linke Arm in einer kraftvollen Geste gebeugt, die Hand zur Faust geballt und vor einen braunen Grund gesetzt. Im Bildhintergrund ist ein brennendes Haus unter einer riesigen schwarzen Rauchwolke zu sehen, nur eine Leiter führt zum Boden hinab. Es hebt sich von einer intensiv rot-orangefarbenen Fläche ab, von der die Szene eingefasst wird. Ganz offensichtlich nimmt Constant in diesem Bild auf den Krieg und das Terrorregime der Nationalsozialisten Bezug, von dem auch die Niederlande stark betroffen waren. Im Unterschied zu den anderen Mitgliedern der CoBrA-Gruppe setzte er sich in seinen Bildern explizit mit der Zeitgeschichte auseinander, so auch mit dem Koreakrieg, der im Entstehungsjahr dieses Werkes begonnen hatte. | Julia Hosp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson