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Stillleben mit Flaschen

Ident. Nr.: B 913

ObjID: obj:965100

1969 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Giorgio Morandi (1890 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1940
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Flaschen
Originaltitel: Natura morta
Übersetzung: Still Life with Bottles
Provenienz
Kauf: Rino Valdameri, Rom,
1944
Egisto Marconi, Mailand,
392541
Emilio Jesi, Mailand,
392542
Galerie Krugier & Cie, Genf,
1969
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 47 x 52,8 cm
Erwerbung
1969 Ankauf von der Galerie Krugier, Genf, durch das Land Berlin

Objektbeschreibung

Morandi hat Bologna nie verlassen. Nach einem Studium an der Accademia di Belle Arti nahm er Anfang der 1910er-Jahre lose Verbindungen zu den Futuristen auf und wandte sich gegen Ende des Jahrzehnts der Pittura metafisica zu. 1922 wurde er Mitglied der Gruppe Valori Plastici. Das Zentrum seines Lebens und Wirkens blieb jedoch stets seine Heimatstadt. Hier lebte der unverheiratete Künstler zusammen mit seinen Schwestern und unterrichtete schließlich selbst an der Akademie. Seit Anfang der 1920er-Jahre schuf Morandi neben einigen Landschaften fast nur noch Stillleben. Das Arsenal der Bildgegenstände, denen man in seinen Werken begegnet, besteht immer wieder aus denselben Krügen, Töpfen und Flaschen. Doch es ist Morandi gelungen, der vermeintlichen Monotonie seiner Motive eine schier unendliche Vielfalt und geistige Lebendigkeit zu verleihen. Mit dem feinsten Gespür für farbliche Valeurs, für Hell-Dunkel-Kontraste und kompositorisches Gleichgewicht entwickelte er ein Netz von Bezügen. Alles steht hier mit allem in Verbindung: die beiden sichtbaren Tischbeine mit dem schlanken Flaschenpaar ebenso wie mit den leicht schräg in den Raum ragenden Griffen von Kasserolle und kleiner Kanne oder die hellen Formen mit den dunklen. Dass es sich bei den Bildgegenständen allesamt um Gefäße handelt, von denen niemals klar wird, ob oder womit sie gefüllt sind, mag als eine weitere, rein materiell verkörperte Anspielung auf eine metaphysische Ebene gelten. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson