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Der Trinker

Ident. Nr.: B I 604

ObjID: obj:965104

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Herbert Ehrich (1906 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Trinker
Übersetzung: The Drinker
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1937
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 21 x 11,5 x 12,5 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1937 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Der trinkende Mann hat Oberkörper und Kopf nach hinten gelehnt und den rechten Arm erhoben, um eine Flasche zu leeren. Seine hochgekrempelten Ärmel, die breitbeinige Pose und seine große linke Hand, die den Oberschenkel greift, lassen ihn am ehesten wie einen Arbeiter aussehen. Diese Kleinskulptur ist kein Porträt einer bestimmten Person. Vielmehr hat der Künstler einen vorübergehenden Augenblick festgehalten; die Bewegung wirkt schwungvoll, erfasst in einem momenthaft hergestellten Gleichgewicht. Ehrich, Sohn eines Berliner Tischlers, durchlief eine kurze Karriere, über die wenig bekannt ist. Nach eigenen Angaben erlernte er das Holzbildhauerhandwerk bis zur bestandenen Gesellenprüfung 1927, besuchte später die Kunstgewerbeschule Berlin-West, reiste 1934 nach England und Frankreich und gehörte bis April 1937 dem Meisteratelier Hugo Lederers an der Hochschule für die bildenden Künste an (Akademie der Künste, Berlin, PrAdK 1352, Bl. 27, 65; PrAdK 1355, Bl. 103). Im Wintersemester 1937/1938 hospitierte er in der Klasse von Kurt Kluge. 1937 gehörte er außerdem der Reichskammer der bildenden Künste an. Es sind keine weiteren Werke von ihm bekannt. Ehrich wurde am 1. April 1940 zur Wehrmacht eingezogen und fiel im Februar 1942. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson