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Der Tänzer Jean Börlin

Ident. Nr.: NG 46/81

ObjID: obj:965171

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1921
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Tänzer Jean Börlin
Übersetzung: The Dancer Jean Börlin
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 23,7 x 11 x 9 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Sintenis’ Plastik des schwedischen Tänzers und Choreografen Jean Börlin (1893–1930) war eine ihrer ersten Tanz- und Sportlerfiguren. Börlin gehörte 1920 zu den Gründern der „Ballets Suédois“, einem bis 1925 aktiven Pariser Ensemble. Die Gruppe griff Elemente des Ausdruckstanzes auf, wobei Börlin, der die meisten Choreografien entwarf, eine Synthese aus Tanz, Musik, Poesie und zeitgenössischer Malerei anstrebte. 1920 war das Ensemble zu einem Gastspiel in Berlin. Aufmerksam auf Börlin wurde Sintenis wahrscheinlich durch ihren Kunsthändler Alfred Flechtheim. Dieser widmete dem schwedischen Ballett 1922 eine Ausstellung in seinen Galerieräumen, wofür er einige der von ihm vertretenen Künstler bat, Arbeiten zu fertigen. Vermutlich entstand auch Sintenis’ kleinformatige Börlin-Plastik in diesem Zusammenhang. Deutlich knüpft die Künstlerin damit an ihre frühen Frauenfiguren wie die „Tänzerin“ (NG 54/81) an. Doch anders als dort geht es ihr bei Börlin nicht um die Visualisierung eines tänzerischen Ideals, sondern um die Darstellung einer konkreten Person, deren Grazie, Rhythmus, Kraft und Geschmeidigkeit sie zu fassen suchte. Die ausdrucksstarke Körperhaltung, die anmutig gebeugten Arme und Beine zeigen den Tänzer mitten in der Bewegung. Dabei ist die gespannte Muskulatur des Nackten durch die ausgearbeitete Oberfläche hervorgehoben und zeugt von einem genauen Bewegungsstudium. Auch zeichnerisch hat Sintenis Börlin festgehalten. Die Skizzen erschienen 1922 begleitend zu einem Artikel im „Querschnitt“ über das Stück („L’Homme et son désir“ in: Der Querschnitt durch 1922, Berlin 2/1922, S. 37 f.), in dem auch Börlin auftrat. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

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