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Stehende

Ident. Nr.: B III 150

ObjID: obj:965175

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl-Heinz Appelt (20.7.1940 - 4.2013),
Künstler*in
Datierung
1971
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stehende
Übersetzung: Standing Woman
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 53 x 16 x 15 cm
Erwerbung
1974 Ankauf vom Künstler, Jena

Objektbeschreibung

Appelts „Stehende“ hat kräftige Beine, auf denen sie ihr Gewicht in klassischer Kontrapost-Haltung nach rechts verlagert hat. Sie verschränkt ihre schwer wirkenden Arme vor der Brust und dreht sich weit nach rechts. Einen Finger hält sie an die Unterlippe, wie in Gedanken versunken. Die Zöpfe wirken fast zierlich. Insgesamt suggeriert die Figur Bewegung, als würde sie sich jeden Moment umwenden oder das andere Bein nach vorn nehmen. Die üppige Körperlichkeit von Appelts Figuren wurde in der zeitgenössischen Kritik gelobt: „Seine figürliche Plastik lebt in blockhaften Volumen-Gegensätzen, spannungsreichen, durchbrochenen Massen und häufig von einer schrundigen, reich bewegten Oberfläche. Der Bildhauer legt um den plastischen Kern im rhythmischen Wechsel von Schwellung und Vertiefung eine Fülle sich ineinander verschiebender und gedehnter Rundformen.“ (Neues Deutschland, 20.8.1980) Diese Art, den Körper darzustellen, sollte dem Werk größere Ausdruckskraft verleihen. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz