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Bildnis Franz Marc

Ident. Nr.: A II 339

ObjID: obj:965187

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
August Macke (1887 - 1914),
Künstler*in
Datierung
1910
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Franz Marc
Übersetzung: Portrait of Franz Marc
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Elisabeth Erdmann-Macke, Bonn,
1921
Material / Technik
Öl auf Karton
Abmessungen
Höhe x Breite: 50 x 38 cm
Erwerbung
1921 Geschenk von Elisabeth Erdmann-Macke, Bonn

Objektbeschreibung

Elisabeth Erdmann-Macke, die 1921 das kleinformatige Porträt ihres ersten Mannes von Franz Marc der Nationalgalerie stiftete, erinnerte sich an seine Entstehung im September 1910 während eines Besuchs mehrerer Freunde bei ihnen am Tegernsee: „August und Marc porträtierten sich gegenseitig um die Wette, eigentlich wollten sie sehen, wer es am schnellsten könnte, und so waren sie in zwanzig Minuten fertig, als es schon zu dämmern anfing. Das Porträt, das August von Franz machte, hing eine Zeitlang als meine Stiftung in der Berliner Nationalgalerie. Es wurde zuletzt noch sogar auf der Ausstellung ‚Die großen Deutschen‘ 1936 in der Nationalgalerie mit ausgestellt, um dann später, als es um diese Kunst schon brenzlig wurde, von Dr. Rave, der später das Museum leitete, persönlich in Sicherheit gebracht zu werden“ (Elisabeth Erdmann-Macke, Erinnerungen an August Macke, Stuttgart 1962, S. 166). Macke und Marc hatten sich erst Anfang Januar 1910 in München kennengelernt. Ihre enge Freundschaft blieb bis zu Mackes frühem Tod erhalten. Das „in breiten Flächen und klaren Farben“ so rasch skizzierte Bildnis von Marc mit Pfeife und Pelzmütze schätzte Ludwig Justi wegen der „Absage an die zerteilende Fleckenarbeit und das weiche Farben-Ineinander der Impressionisten“ (Ludwig Justi, Von Corinth bis Klee, Berlin 1931, S. 138). Macke hatte während seiner Paris-Reisen neben Werken der Impressionisten auch die Malerei der Fauves studiert. Er bewunderte bei Henri Matisse den Aufbau der Bilder aus einfachen Farbflächen bei Verzicht auf Raumtiefe. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson