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Die drei großen Jäger

Ident. Nr.: A IV 601

ObjID: obj:965326

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Libuda (1950 - 2021),
Künstler*in
Datierung
1981
Provenienz
Kauf: Verband Bildender Künstler der DDR, Zentralvorstand, Berlin (Auftragsarbeit),
1981–1988
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 153 x 125 cm
Erwerbung
1988 Übereignung des Zentralvorstandes des Verbandes Bildender Künstler der DDR

Objektbeschreibung

Das großformatige Gemälde „Die drei großen Jäger“ aus dem Jahr 1981 zeigt die titelgebenden Protagonisten zwar bildfüllend und zentral, jedoch nur schemenhaft: Durch den Verzicht auf klare Konturen und Farbkontraste heben sie sich kaum vom Hintergrund und den sie umgebenden Details ab. Wie monströse Wächter stehen sie, begleitet von drei Jagdhunden, aufrecht und mit Gewehren bewaffnet, aber mangels sichtbarer Gesichtszüge entindividualisiert, als Typen in einer Szenerie, die auf eine Arena wie das römische Kolosseum hindeutet. Zwischen dem linken und dem mittleren Jäger tragen zwei miniaturhafte Männer eine Bahre mit einem Kadaver hindurch. Am rechten Bildrand befindet sich – ebenfalls en miniature – ein Figurenpaar, das Fragen aufwirft: Ein leichenblasser, nackter Körper hält den linken Arm um die Schulter einer weiteren Person, die in flehendem Gestus ihre Arme dem Rumpf des Jägers entgegenstreckt, den Kopf nach oben gerichtet, mit weit geöffnetem Mund schreiend. Die zwischen Spektakel und Drama oszillierende Szene entfaltet bedrohliche Wirkung – nicht nur durch die dargestellten Figuren, sondern auch durch die Farbigkeit, die die Dominanz der Jäger noch verstärkt: Neben Moosgrün, der Farbe der Jägertracht, ist der Boden in fahles Blutrot getaucht. Es mag erstaunen, dass dieses Gemälde im Auftrag des Verbandes Bildender Künstler der DDR entstanden ist, konterkariert es doch die in der DDR gängige Heroisierung des sozialistischen Jagdwesens. | Michaela Mai

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson