Kirche von Niedergrunstedt
Ident. Nr.: B 23
ObjID: obj:965405
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1919
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Kirche von NiedergrunstedtÜbersetzung: Church in NiedergrunstedtKirche in Niedergrunstedt bei Weimar
- Provenienz
- Kauf: Sammlung Helene und Hermann Mayer-Freudenberg, Berlin-Nikolassee,
1928Maria Miriam Daus, geb. Freudenberg, Berlin-Nikolassee,
1931–6.2.1932Galerie Ferdinand Möller, Berlin,
Ende 1932 - Anfang 1933Galerie Franz, Berlin,
1949Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1949–1968 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 101 x 125 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/965405
Objektbeschreibung
Seine spätere Frau Julia hatte Feininger 1905 kennengelernt, als sie in Weimar studierte. Dort besuchte er sie oft und zeichnete auf Fahrradtouren die Dörfer der Umgebung. Zu dem nahen Niedergrunstedt existiert eine Radierung von 1911, die der Künstler scherzhaft mit „Leinoel Einfinger“ signiert hat. 1913 zeichnete er die Dorfkirche St. Mauritius (Moeller Fine Art, Berlin – New York) mit ihrer barock geschwungenen Haube. Für das Gemälde verwandelte Feininger die Rundung in eine eckige Form. Auch der Baum links sowie ein von rechts oben ins Bild hängender Ast wurden zu düsteren Zacken transformiert, welche die Kirche zu attackieren scheinen. Diese weist als kristallines Gebilde in die Zukunft, ähnlich jener Kathedrale, mit der Feininger das Manifest des Bauhauses in Weimar illustrierte, an dem er seit Mai 1919 als Meister der Formlehre und Leiter der grafischen Werkstatt tätig war. Von dort schrieb er am 25. September 1919 an seine Frau, er habe „das Bild (‚Nieder-Grunstedt‘ V) vollkommen abgewaschen gestern, und von Grund auf neu aufgebaut, doch war der Aufbau gewaltsam und unedel. Heute erfolgte also nochmals die Abwascherei, wodurch ich mir einen prachtvollen Malgrund verschaffte, und nun wird liebevoll das Ganze, Stück für Stück, nach der Komposition aufgebaut und sozusagen ‚mit Luft‘ gemalt, ganz vorsichtig und weich. Die Schärfe bringe ich ganz zuletzt, dort wo sie hingehört, hinein. Aber jetzt ist das Ganze lichtdurchflutet und nicht mehr hart und zerstückelt wie vorher. Es wächst und wird hoffentlich sehr gut“ (zit. nach Lyonel Feininger, 1871–1956. Gedächtnis-Ausstellung, Ausst.-Kat., Hamburg u. a., 1961, o. S.). | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 23.01.2026
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