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Zwei Mädchen auf dem Hügel

Ident. Nr.: A II 1057

ObjID: obj:965426

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Hofer (1878 - 1955),
Künstler*in
Datierung
1948
Weitere Titel
Sammlungstitel: Zwei Mädchen auf dem Hügel
Originaltitel: Sulla collina
Übersetzung: Two Girls on a Hill
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1948
Kauf: Magistrat von Groß-Berlin,
1948–1951
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 110 x 92 cm
Erwerbung
1948 Ankauf vom Künstler für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Weibliche Akt- und Halbaktdarstellungen, in denen Hofer klassische Ideale von Schönheit und Harmonie gestaltete, finden sich seit dem Frühwerk. Von den „Zwei Mädchen auf dem Hügel“ malte Hofer 1948 eine weitere Fassung (WVZ Wohlert/Eisenbeis 2111). Die Ursprungsversion ist in dem zwei Jahre zuvor entstandenen Gemälde „Zwei Mädchen“ (WVZ Wohlert/Eisenbeis 1939) zu erkennen. Auch dort blicken zwei weibliche, nebeneinander angeordnete Figuren mit freiem Oberkörper im Halbprofil zum rechten Bildrand. Das über die Schulter der Dunkelhaarigen geworfene weiße Tuch sowie das ungleichmäßig horizontal verlaufende blaue Farbfeld im Bildhintergrund legen eine Einordnung des Motivs in die Reihe der Strandbilder nahe. In der Nachkriegszeit fand Hofer, der ab 1945 im amerikanischen Sektor Berlins die Hochschule für Bildende Künste leitete, zunächst auch im Osten Anerkennung. Mit Oskar Nerlinger gab er ab 1947 die im sowjetischen Sektor erschienene Zeitschrift „bildende kunst“ heraus. Nachdem Hofer jedoch im Oktoberheft 1948 jegliche „Forderungen außerkünstlerischer Art“ an die Malerei vehement abgelehnt hatte, kam es zu einem Disput über Kunst und Politik mit Nerlinger. Kurz darauf trat Hofer als Mitherausgeber zurück. Da seine Kunst nicht den Idealen des Sozialistischen Realismus entsprach, ließ sie sich auch nicht für das DDR-Regime vereinnahmen. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson