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Kinderporträt

Ident. Nr.: A III 429

ObjID: obj:965427

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erich Glette (1896 - 1980),
Künstler*in
Datierung
um 1936
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kinderporträt
Übersetzung: Portrait of a Child
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 70 x 48 cm
Erwerbung
1952 Überweisung von der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten der DDR

Objektbeschreibung

Ein kleines Mädchen sitzt in einem holzgetäfelten Raum, im Hintergrund fällt der Blick durch das große Fenster – durch das auch eine schwarze Katze schaut – in einen Garten mit üppigen Grünpflanzen und einigen Blumen. Das Mädchen trägt ein rotes Kleid und eine Schürze sowie eine blaue Haarschleife. Mit einem Pinsel zieht es einen roten Strich auf eine nur abstrakt erkennbare Komposition, worin sich die Tätigkeit des Künstlers widerspiegelt. Das Bildnis zeigt dessen Tochter, die 1930 geborene Gabriele, die er verstärkt zwischen 1935 und 1937 in Porträts wiedergegeben hat. Glette war 1896 in Wiesbaden als Sohn eines Kaufmanns geboren worden; eine Niederlassung des Vaters in Rio de Janeiro führte zu häufigeren Aufenthalten dort. Zudem wohnte der Künstler von 1934 bis 1936 in Rio, in jener Zeit entstanden einige Porträts der Tochter. Vermutlich fällt auch dieses Bildnis in jene Jahre, denn das Kind trägt ähnliche Kleidung und scheint in vergleichbarem Alter zu sein wie in den anderen Werken. Darüber hinaus könnte die tropisch wirkende Vegetation im Hintergrund auf die Region hinweisen. Seinen postimpressionistischen Stil hatte sich Glette autodidaktisch angeeignet. Nach nur kurzem Studium an der Technischen Hochschule in München widmete er sich ab 1916 ganz der Malerei. 1922 erhielt er seine erste Ausstellung bei der Neuen Secession in München, einige Jahre später wurde er deren Mitglied. 1936 belegte ihn die Reichskulturkammer mit einem Ausstellungsverbot, während des Krieges wurde seine Münchner Wohnung bei einem Bombenangriff zerstört. Ab 1951 lehrte Glette an der Akademie der bildenden Künste in München. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson