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Heizers Geburtstagsständchen II

Ident. Nr.: A III 442

ObjID: obj:965534

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Albert Ebert (1906 - 1976),
Künstler*in
Datierung
1956
Weitere Titel
Sammlungstitel: Heizers Geburtstagsständchen II
Übersetzung: Birthday Serenade for the Stoker II
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 38 x 46 cm
Erwerbung
1957 Ankauf vom Künstler, Halle/Saale

Objektbeschreibung

Der Titel des Bildes bezieht sich auf Eberts 50. Geburtstag am 26. April 1956. Den Tag antizipierend, hatte er schon 1955 das fantasievolle Motiv erträumt und gemalt: Während er den Kohlenkessel im Gewölbekeller der Burg Giebichenstein beschickt – bis November 1955 war er als Heizer dort tätig –, erscheint auf dem Treppenabsatz eine Musikkapelle und bringt das titelgebende Ständchen, seine Frau und die Kinder kommen fein angezogen mit Blumen und Geschenken, begleitet von kleinen Amoretten mit Pfeil und Bogen. Drei Engel fliegen Fanfare blasend herab, ein weiterer steht gleich einem Schutzengel neben dem Heizer. Jenes Gemälde konnte Ebert 1956 an das Städelsche Kunstinstitut Frankfurt am Main verkaufen. Für eine schon geplante Ausstellung noch im selben Jahr in Berlin (Ost) malte er kurzerhand eine zweite Version. Diese ist entschieden dunkler, jedoch kontrast- und detailreicher: Die weißen Kleider und blitzenden Instrumente schaffen eine festliche Stimmung am unwirtlichen Ort. Die Kapelle ist umfangreicher, mit Pauken und Trompeten und einem Schellenbaum. Aus dem Feuerloch schauen jetzt nicht mehr drei Teufelchen, wie in der ersten Fassung, sondern drei menschliche Figuren – in der rechten vermuteten Zeitgenossen wegen des Spitzbartes Walter Ulbricht. Ludwig Justi, Direktor der Nationalgalerie (Ost), hat nach eingehender Betrachtung aller 50 Bilder der Ausstellung diese poetisch unwirkliche Verklärung einer düsteren Situation zum Ankauf für die Sammlung ausgewählt. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson