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Der Flötenbläser

Ident. Nr.: B III 52

ObjID: obj:965596

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernst Barlach (1870 - 1938),
Künstler*in
Datierung
1936
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Flötenbläser
Übersetzung: The Flute Player
Provenienz
Ernst-Barlach-Nachlaßverwaltung, Friedrich Schult, Güstrow,
1968
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 59 x 36 x 27 cm
Erwerbung
1968 Ankauf von der Ernst-Barlach-Nachlassverwaltung Güstrow

Objektbeschreibung

Den beklemmenden Zeitumständen im Nationalsozialismus setzte Barlach einige bukolische und besinnliche Plastiken entgegen, die sämtlich auf frühere Zeichnungen zurückgehen, wie „Vergnügtes Einbein“, 1934, „Lachende Alte“, 1936/37, „Der Buchleser“, 1936 und eben „Der Flötenbläser“. Die Figur folgt einer Zeichnung in Kohle von 1919/1920 (WVZ Wittboldt/Laur 2013, Teil 1, 1673). Reinhard Piper nahm sie, wie auch jene zum „Buchleser“ (vgl. B 19), in den Band der Barlach-„Zeichnungen“ (München 1935, Taf. 24) auf; damit war sie für den Künstler wieder neu präsent. Mit der Beschlagnahme des Bildbandes im März 1936 begann die Diffamierung seiner Werke, die bis zur Entfernung von vielen seiner Skulpturen in Museen und öffentlichen Räumen führte. Wohl noch vor dem Zugriff auf das Buch erarbeitete Barlach das Modell zum „Flötenbläser“. Im Mai entstand ein erster Bronzeguss für eine Ausstellung in der Berliner Galerie Karl Buchholz. Bereits im Juli war eine Holzfassung vollendet, die wenig später Hermann Reemstma erwarb (vgl. Ernst Barlach. Werke und Werkentwürfe aus fünf Jahrzehnten, Band 1: Vorworte, Einleitung. Plastik 1894–1937, Ausst.-Kat., Berlin, 1981, S. 121 f.). Noch im selben Jahr schuf Barlach eine zweite Holzskulptur in halber Größe (WVZ Laur 2006, 597, 598). Ab 1937 gab er zahlreiche weitere Bronzegüsse in Auftrag. Der Bildhauer stellte die Figuren „Flötenbläser“ und „Buchleser“ konzentriert und in sich gekehrt dar, ganz ihrem Tun hingegeben, wobei ihnen der sie jeweils umhüllende Mantel den ruhigen, sehr geschlossenen Umriss verleiht. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz