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Stanzas in Meditation

Ident. Nr.: B 1155

ObjID: obj:965705

1982 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Emmet Williams (1925 - 2007),
Künstler*in
Datierung
1975
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 83,8 x 83,5 cm
Erwerbung
1982 Ankauf vom Künstler, Berlin, durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

Williams war vor allem als Dichter, Performance-Künstler und Vertreter der Fluxus-Bewegung bekannt, weniger jedoch als Maler. Seine künstlerische Laufbahn war stark geprägt von konkreter und visueller Poesie und zeichnete sich durch die Arbeit mit einer Vielzahl von Medien aus. Aus seinen Experimenten mit Sprache, die er nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als ästhetisches und performatives Material ansah, gingen innovative Werke hervor, die Schrift, Klang und Körperlichkeit verbinden. Sein Ölgemälde „Stanzas in Meditation“ (Strophen in Meditation) lässt sich insofern eher als visuelle Erweiterung seiner Sprachkunst oder als Erkundung der Grenzen bildender Kunst und Sprache verstehen denn als malerisches Werk. Das mit bunten, aneinandergereihten Großbuchstaben gefüllte Bild bezieht sich direkt auf das gleichnamige Gedicht von Gertrude Stein, einer zentralen Figur der literarischen Moderne sowie der Pariser Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. Mit einem direkten Zitat der dreizehnten Strophe ihres Gedichts von 1932 – einschließlich Quellenangabe – würdigt Williams Steins spielerischen Umgang mit Wiederholung und Abstraktion. Dabei übersetzt er ihren poetischen Duktus in einen visuellen Rhythmus und reflektiert die Interaktion von Text und Farbe. | Catherine Nichols

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson