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Blumen am Fenster

Ident. Nr.: A IV 194

ObjID: obj:965729

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bruno Krauskopf (1892 - 1960),
Künstler*in
Datierung
1929/1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blumen am Fenster
Übersetzung: Flowers at the Window
Provenienz
Kauf: Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
1931–25.4.1939
Abmessungen
Höhe x Breite: 81 x 100 cm
Erwerbung
1939 vom Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung als Werk der "Verfalls- und Judenkunst" der Nationalgalerie zur Verwahrung übergeben

Objektbeschreibung

1925 erwarb das preußische Kultusministerium ein „Blumenstillleben“ (heute verschollen) von Krauskopf aus der Berliner Akademieausstellung und überwies es der Nationalgalerie. 1931 kaufte es das Bild „Blumen am Fenster“ an, wiederum aus der Akademieausstellung, zur Ausstattung des eigenen Gebäudekomplexes Unter den Linden/ Wilhelmstraße. Krauskopf, erfolgreiches Mitglied der Berliner Secession, auch der Novembergruppe, hatte sich nach einer expressionistischen Phase wieder einer gegenständlicheren Gestaltungsweise zugewandt. Das Bild „Blumen am Fenster“ zeigt einige prächtig gelb, rötlich und weiß blühende Pflanzen – Clivia, Amaryllis, einen Kaktus – auf einer Fensterbank vor winterlich blauer Dämmerung. Der gepunktete Store vermittelt zudem den Eindruck von Schneefall. Ab 1933 galt Krauskopf den neuen politischen Machthabern als nicht mehr tragbar. Die Secession sah ihn, ebenso wie Emil Nolde, Max Beckmann und die ehemaligen Mitglieder der Künstlergruppe Brücke, für den neu auszurichtenden Verband nicht mehr vor (vgl. Anke Matelowski, Die Berliner Secession 1899–1937. Chronik, Kontext, Schicksal, Wädenswil am Zürichsee 2017, S. 486). Krauskopf emigrierte nach Norwegen. 1937 wurde sein „Blumenstillleben“ von 1925 zusammen mit zwei weiteren Werken des Malers in der Nationalgalerie als „entartet“ beschlagnahmt. Das Gemälde „Blumen am Fenster“ dagegen übergab das zum Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung umgebildete und umbenannte Kultusministerium ebenso wie andere nicht mehr geschätzte Werke im Jahr 1939 als „Verfalls- und Judenkunst“ der Nationalgalerie zur Verwahrung. Es befindet sich nun in ihrem Bestand. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson