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Heilbronn

Ident. Nr.: A IV 294

ObjID: obj:965774

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Theodor Werner (1886 - 1969),
Künstler*in
Datierung
um 1925
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1969
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass des Künstlers,
1969–1974
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 90 x 101 cm
Erwerbung
1974 Schenkung aus dem Nachlass des Künstlers

Objektbeschreibung

Heilbronn liegt weitgehend noch – oder schon? – im Dunkel, hinter der Kilianskirche reflektieren die Wolken ein wenig Sonnenlicht. Der hohe Westturm wirkt fast wie eine Silhouette; vor ihm befinden sich die Häuser im Schatten, sind aber doch erkennbar. Im Vordergrund hat der Maler die Dächer fast auf zweidimensionale Formen reduziert – wie rot-schwarze Keile steigen sie vom unteren Leinwandrand in die Komposition hinauf und scheinen im schwachen Licht fast zu glühen. Dieses atmosphärische Bild gehört zum Frühwerk des Künstlers, der sich in den 1920er-Jahren mit dem Kubismus beschäftigte. Werner stammte aus Schwaben, hatte in Stuttgart und Paris studiert und lebte nach dem Einsatz im Ersten Weltkrieg bis 1929 bei Stuttgart. In diesen Jahren arbeitete er als freier Maler und lernte seine spätere Frau, die Textilkünstlerin Anneliese (Woty) Rütgers, kennen. Per letztwilliger Verfügung wurde bestimmt, dass seine Werke nach beider Tod an Museen gegeben werden sollten. Die Nationalgalerie (Ost) suchte vier Gemälde aus dem Nachlass des Künstlers aus (neben dem vorliegenden „Phönix“, 1933, A IV 295; „Taifun“, 1951, A IV 296, und „Stillleben“, 1953, A IV 297); die West-Berliner „Galerie des 20. Jahrhunderts“ erwarb zwei Werke („Die Loge“, 1947, B 39, und „XIV/58“, 1958, B 539). | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz