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Plastik 28/70 "on the beach"

Ident. Nr.: B 1050

ObjID: obj:965788

1972 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Loth (1920 - 1993),
Künstler*in
Datierung
1970/1971
Weitere Titel
Sammlungstitel: Plastik 28/70 "on the beach"
Großplastik 28/70 - Am Strand / On the beach
Übersetzung: Sculpture 28/70 "on the beach"
Material / Technik
Aluminium
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 238 x 158 x 154 cm
Erwerbung
1972 Ankauf vom Künstler durch das Land Berlin (West)

Objektbeschreibung

Nach ersten Lehrjahren an der Städelschule Frankfurt und mit dem Ende der Zweiten Weltkrieges begann für Loth die über sein gesamtes Schaffen andauernde intensive künstlerische Auseinandersetzung mit dem Menschen über die Auseinandersetzung mit der Abbildbarkeit des Menschen über den Körper. Der figürlichen Bildhauerei verpflichtet, lässt auch „on the beach“ Körper oder Körperteile erkennen. Erotisch aufgeladen erscheint die Ansammlung abstrahierter Kurzformeln für Lippen, Brüste, Geschlechtsteile oder Schenkel, die auf den quaderförmigen Elementen der Plastik zusammenfinden. Laut Loth hat der Titel keine interpretierende Bedeutung, zugleich weckt er in Kombination mit den biomorphen Formationen Assoziationen mit ineinander verschlungenen, sich überlagernden nackten Badenden – eine sinnlich lustbetonte Dynamik entsteht, die der Bildhauer als „Hommage an die Vitalität, die auch deren Dunkles und – vielleicht – Tragisches einbezieht“, beschreibt (Brief an Werner Haftmann, 14.2.1972, Bildakte, Neue Nationalgalerie). 1972 erwarb Neue-Nationalgalerie-Direktor Haftmann die Plastik, die zuvor im japanischen Hakone Open Air Museum ausgestellt war, und präsentierte sie sogleich im Skulpturengarten, wo sie auch heute noch zu sehen ist. | Sintje Guericke

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

Bauer, Weihwasser nehmend

Den Türrahmen fast vollständig ausfüllend, mit schweren Pantinen und großem Hut bekleidet, tritt ein Bauer auf dem in dunklen, erdigen Farben gehaltenen Gemälde von Egger-Lienz über die Schwelle einer einfachen Holzstube. Dabei taucht er seine Hand in ein Weihwasserbecken neben der Tür, ein durchaus übliches Ritual der Reinigung in katholischen Privathaushalten zur Entstehungszeit des Bildes. Ebenso wie dieses Spätwerk des Künstlers ist das gesamte Œuvre des Malers, der an der Münchner Akademie der bildenden Künste studiert hatte, von einer religiös gefärbten, realistischen und gleichsam idealisierenden Darstellung der bäuerlichen Alltagswelt geprägt. Die Formensprache ist dabei auf das Wesentliche reduziert. 1909 schrieb der damals im österreichischen Exil lebende Leo Trotzki anlässlich einer Ausstellung der Wiener Secession über Egger-Lienz’ Arbeiten: „Bei Egger gibt es nichts Überflüssiges. Er hält sich keinen Augenblick bei Einzelheiten auf. Die Farben sind ohne Nuancen, die Schatten der Gestalten nur schematisch angedeutet“ (Leo Trotzki, Die Wiener Secession, in: ders., Literatur und Revolution, Essen 1994, S. 478). Der Künstler selbst sagte über sich: „Ich male keine Bauern, sondern ‚Formen‘, so scheint es mir“ (Brief an O. Kunz, 12.5.1924, zit. nach Wilfried Kirschl, Albin Egger-Lienz, Wien 1977, S. 436). Wahrgenommen wird Egger-Lienz’ Werk dennoch vor allem durch das dominierende Sujet des Bauern und einfachen Mannes, das letztlich auch die konservative, teils nationalistische Rezeption seiner Arbeit bestimmt hat. | Maike Steinkamp