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Bildnis Max Dessoir

Ident. Nr.: B I 466

ObjID: obj:965835

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hugo Lederer (1871 - 1940),
Künstler*in
Datierung
1916-1918
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Max Dessoir
Übersetzung: Portrait of Max Dessoir
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 39 x 24 x 27 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1927 Geschenk eines engeren Freudeskreises von Prof. Dessoir zum 60. Geburtstag

Objektbeschreibung

Der in Berlin geborene Philosoph Max Dessoir (1867–1947) machte sich vor allem auf den Gebieten der Ästhetik und Kunstwissenschaft einen Namen. In seinem 1906 erschienenen gleichnamigen Hauptwerk „Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft“ förderte er die wissenschaftliche Ästhetik durch ihre methodische Abgrenzung von einer allgemeinen Kunstwissenschaft. Zwei Jahre später gründete er in Berlin die Vereinigung für ästhetische Forschung, als deren Präsident er bis zu seinem Tod wirkte. Anlässlich seines 60. Geburtstags wurde die von Lederer angefertigte Büste Dessoirs der Nationalgalerie als „Geschenk eines engeren Freundeskreises des Prof. Dr. Dessoir“ vermacht, namentlicher „Vertreter dieses Kreises: Dr. Dietrich, Philosoph. Seminar“ (Inventarbuch in der Alten Nationalgalerie). Albert Werner Johannes Dietrich war von Mai 1924 bis September 1928 Oberassistent bei Max Dessoir am Philosophischen Seminar der Universität Berlin und wurde später nicht zuletzt aufgrund seiner Beziehungen zu dem NS-Psychologen und -Pädagogen Gerhard Pfahler als Dozent in Tübingen angestellt. Dessoirs markanter Schnurr- und Kinnbart sowie die hageren Gesichtszüge prägen auch die Büste. Lederer hat den Gelehrten mit ausgeprägten Adern über den Schläfen, Tränensäcken und konzentriert zusammengezogener Stirn als Denker dargestellt. Der sehende und gleichzeitig doch unbestimmte Blick mag als Anspielung auf Dessoirs Forschungen zu parapsychologischen Themen gelesen werden. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz