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Porträt Karl Liebknecht

Ident. Nr.: B I 713

ObjID: obj:965905

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Arnold (1909 - 1979),
Künstler*in
Datierung
1957
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Karl Liebknecht
Übersetzung: Portrait of Karl Liebknecht
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
frühstens Dezember 1957
Kauf: Kulturfonds der DDR,
frühstens 1957 - 1959
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36 x 21 x 26,5 cm
Erwerbung
1959 Ankauf vom Künstler, Dresden, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Arnold galt als Wegbereiter der sozialistisch-realistischen Kunst in der DDR. Durch seine Ernennung zum Professor in Leipzig und Dresden im Jahr 1949 sowie seine Tätigkeit als Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR ab 1958 trug er wesentlich zum Profil der Bildhauerei in der DDR und der Weiterentwicklung des Sozialistischen Realismus bei. Dieser sollte als zentrales Volksbildungs- und Erziehungsinstrument zur Förderung der Grundwerte einer antifaschistischen und sozialistischen Gesellschaft dienen. Arnold griff in seinen Arbeiten Themen auf, die die Arbeiterschaft als solche, den mit dem sozialistischen Leben verbundenen Optimismus sowie historische Ereignisse wie die Arbeiterbewegung ab 1918 und den Klassenkampf ins Bewusstsein rücken sollten. 1957 kam ihm die Idee, Vorbilder der Arbeiterbewegung in einer Porträtreihe darzustellen. Die Büsten der Sozialdemokrat*innen Karl Liebknecht (1871–1919) und Rosa Luxemburg, die die KPD mitbegründeten, waren unter den ersten, die Arnold dazu anfertigte. Seine Intention war es, diese Persönlichkeiten und ihre ins allgemeine Bewusstsein zu rücken und die Erinnerung an sie zu bewahren. Weitere Abgüsse der Bronze „Porträt Karl Liebknecht“ gelangten in andere öffentliche Sammlungen der DDR. | Jill Praus

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson