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Broken Tubes

Ident. Nr.: NG 8/70

ObjID: obj:965909

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Shūsaku Arakawa (1936 - 2010),
Künstler*in
Datierung
1965
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 120,5 x 159 cm
Erwerbung
1970 Ankauf von der Galerie Onnasch, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Im Laufe seiner Karriere entwickelte Arakawa eine diagrammatische Bildmotivik aus präzise gesetzten geometrischen Formen, abstrakten Graphismen, Ziffern und Wörtern sowie nuancierten Farbplänen. Obwohl diese Elemente stets vereinzelt und klar auf einem gedeckt weißen Malgrund stehen, folgen sie meist keiner Logik, weshalb sich Arakawas Werke einer vollständigen Entschlüsselung entziehen. Der Widerspruch zwischen hohem Komplexitätsgrad und einfachen, schematischen Strukturen charakterisiert seine Gemälde und Zeichnungen. Das Gemälde in der Sammlung der Nationalgalerie zeigt eine Röhre, eines der Hauptmotive Arakawas, in unversehrter, in verdrehter und in zerbrochener Form. Die unterschiedlichen Stadien werden durch eine Schablonenschrift am unteren Bildrand benannt, wobei die prozesshafte Abfolge der Zerstörung von rechts nach links verläuft. Diese der westlichen Lesekonvention entgegengesetzte Bewegungsrichtung wird durch parallel übereinander angeordnete, farbige Pfeile angezeigt. Sie treffen auf eine vertikale Linie, die ein Viertel der Leinwandfläche auf der linken Bildseite abtrennt. In diesem Feld befindet sich das collagierte Zeitungsfoto einer Baumlandschaft, flächig übermalt mit einer silbernen Röhrenform. Zur Entstehungszeit des Werks arbeitete Arakawa mit Madeline Gins an „Der Mechanismus der Bedeutung“, 1963–1973, einer als Gesamtkunstwerk angelegten Studie über die Funktionsweise des Bewusstseins und die Beziehung des Menschen zur Architektur. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson