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Die Frau des Künstlers

Ident. Nr.: B 130

ObjID: obj:965926

1955 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
August Macke (1887 - 1914),
Künstler*in
Datierung
1912
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Frau des Künstlers
Übersetzung: The Artist’s Wife
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Elisabeth Erdmann-Macke, Bonn,
392067
Galerie Aenne Abels, Köln,
1955
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1955–1968
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 105 x 81 cm
Erwerbung
1955 Ankauf von der Galerie Änne Abels, Köln, durch das Land Berlin mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Bereits während ihrer Schulzeit, ab 1903, hatten Macke und Elisabeth Gerhardt (1888–1978), seine spätere Frau, Interesse aneinander gefunden, ab 1908 waren sie ein Paar, 1909 heirateten sie. Vor allem ab letzterem Jahr wurde die schöne und selbstbewusst in sich ruhende Frau zu einem Hauptmotiv der Bilder Mackes. „Er war glücklich, in mir ein brauchbares Modell zu haben, denn er haßte es, sich mit stumpfsinnigen Mädchen abzugeben, die keine harmonische Bewegung aus sich machen konnten und mühselig zurechtgestellt werden mußten“ (Elisabeth Erdmann-Macke, Erinnerungen an August Macke, Stuttgart 1962, S. 132). Für Macke mit seiner starken Affinität zur modernen französischen Kunst, die vordergründig stets den Augenblick, das gegenwärtige Leben zum Thema hat, war seine Frau das ideale Modell. Sie posierte ihm bei ruhigem Tun: lesend, schreibend, nähend oder dem puren Schauen hingegeben. Mackes Idee von einem kontemplativen Leben ließ sich offenbar im Bild der städtischen Frau am besten darstellen. Das Porträt der Lesenden von 1912 ist aus schwarz umrandeten Farbflächen aufgebaut, vor allem Rot, Blau und Grün treffen aufeinander, räumliche Werte treten zurück. Der geschlossene Umriss der zentralen, bildfüllenden Figur betont deren geistige Konzentration; Lampe, Obstschale und die bestickte Tischdecke stehen für die kultivierte Umgebung. Um diese Zeit war Macke noch stark von Henri Matisse beeinflusst, wie es auch etliche Briefstellen bezeugen. Das Bildnis blieb bis in die 1950er-Jahre im Besitz der Dargestellten; erst danach gelangte es durch Ausstellungen in den Blick der Öffentlichkeit. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson