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Die Mutter des Künstlers

Ident. Nr.: A II 460

ObjID: obj:966068

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Leo von König (1871 - 1944),
Künstler*in
Datierung
1922
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Mutter des Künstlers
Übersetzung: The Artist's Mother
Geografische Bezüge
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 82 x 62 cm
Erwerbung
1923 Ankauf vom Künstler im Tausch gegen das "Boheme-Café".

Objektbeschreibung

Seine Mutter hat von König in Einzelporträts wie in imposanten Doppelporträts der Eltern mehrfach wiedergegeben. Das Bildnis der Nationalgalerie zeigt die 75-jährige Hertha von König, geborene Freiin von Cramm (1847–1934), die seit 1870 mit General Götz von König verheiratet war. Über ihre Beine ist eine karierte Decke gebreitet, auf der die Hände ruhen. Wie auch bei anderen Porträts sind die Haare von einer eng anliegenden Haube bedeckt, die hier die Aufmerksamkeit auf das leicht abgewandte Gesicht mit den sinnenden Augen lenkt. Nationalgalerie-Direktor Ludwig Justi hat das Bildnis zusammen mit dem Gemälde „Am Frühstückstisch“ (A II 459) und der 1938 beschlagnahmten Darstellung „Der barmherzige Samariter“ (1923; 1961 im Kunsthandel aufgetaucht) gegen das bereits 1917 erworbene Werk „Im Boheme-Café“ (1909; heute Privatbesitz) getauscht. Übernahme und Ausstellung der Bilder erfolgten 1923, die Eintragung in das Inventar erst 1925. Von König war durch diesen für die Nationalgalerie überaus vorteilhaften Tausch ab 1923 in der Neuen Abteilung im Kronprinzen-Palais mit drei Hauptwerken vertreten, was wohl auch ihm als erstrebenswert erschien. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson