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Glockenblumen vor bemalter Wand

Ident. Nr.: A II 619

ObjID: obj:966086

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erich Heckel (1883 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Glockenblumen vor bemalter Wand
Übersetzung: Bell Flower before a Painted Wall
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1928
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 96 x 83 cm
Erwerbung
1928 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Auch dieses Gemälde zeigt Heckels Atelier im Dachgeschoss seines Bauernhauses an der Flensburger Förde (vgl. „Selbstbildnis“, A II 370). In Erinnerung an die glückvollen Jahre der Brücke-Zeit hatte er es ausgemalt mit einer Szenerie von Akten im Freien, die das Ideal des harmonischen Einklangs von Mensch und Natur beschwört. Jene Wandbilder haben sich nicht erhalten, finden aber ein Echo im Hintergrund zahlreicher Werke Heckels aus den 1920er-Jahren. Für viele Stillleben des Künstlers, die in jener Zeit entstanden, sind Elemente des Magischen Realismus charakteristisch. Die gemalten Figuren des „Bildes im Bild“ wirken eigentümlich belebt und scheinen miteinander zu kommunizieren oder zu agieren. Damit sind die Bildebenen verschränkt, wodurch ein vexierendes Spiel von Kunst und Wirklichkeit erzeugt wird. | Janina Dahlmanns

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson