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Bildnis Dr. Fritz Glaser

Ident. Nr.: B III 25

ObjID: obj:966100

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Christoph Voll (1897 - 1939),
Künstler*in
Datierung
1924
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Dr. Fritz Glaser
Übersetzung: Portrait of Dr. Fritz Glaser
Provenienz
Dr. Fritz Salo Glaser, Dresden,
um 1925 - 1956
Nachlass Dr. Fritz Salo Glaser, Dresden,
1956 - circa 1966
Kunsthandlung Kühl, Dresden,
1966
Material / Technik
Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 72 x 51 x 44,5 cm
Erwerbung
1966 Ankauf von der Kunsthandlung Kühl, Dresden

Objektbeschreibung

Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg besuchte der Holz- und Steinbildhauer Voll von 1919 bis 1923 die Dresdner Kunstakademie, schloss sich aber 1920 auch der Dresdner Sezession Gruppe 1919 um Conrad Felixmüller und Otto Dix an. Einem sozial engagierten Expressionismus verpflichtet stellte Voll Schwangere, Waisen, Bettler oder Taubstumme dar. Auch der Dresdner Rechtsanwalt Fritz Salo Glaser (1876–1956) engagierte sich sozial als Vertragsanwalt der KPD-nahen Roten Hilfe Deutschlands. Glaser sammelte junge Kunst und förderte insbesondere Dix, der ihn 1921 zunächst einzeln in Öl malte (Privatbesitz), 1925 dann mitsamt seiner Familie (Galerie Neue Meister, Dresden). Wie Dix hat auch Voll den Porträtierten als Halbfigur wiedergegeben. Das Bildnis schlug er nach dem lebenden Modell direkt aus einem Eichenholzblock heraus. Glaser erscheint in einem Hemd mit hohem Kragen, Krawatte, Weste und Jackett, den Kopf leicht geneigt, die Hände vor dem Bauch gefaltet. Physiognomische Details wie die hohe Stirn, Tränensäcke, große Ohren und gebogene Nase sowie ein Buckel unterstreichen seine Individualität. Von „schwerklobigen Holzfiguren“ sprach ein Kunstkritiker (Willi Wolfradt, Große Berliner Kunstausstellung 1924, in: Der Cicerone, 26. Jg. [1924], H. 13, S. 632), kurz bevor Voll im Oktober 1924 eine Stelle als Leiter der Bildhauerklasse an der neu gegründeten Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken antrat. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson