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Selbstporträt mit Spiegel

Ident. Nr.: A IV 30

ObjID: obj:966104

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hermann Bruse (1904 - 1953),
Künstler*in
Datierung
1933
Weitere Titel
Sammlungstitel: Selbstporträt mit Spiegel
Übersetzung: Self Portrait with a Mirror
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Marianne Bruse, Berlin,
1964
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 44,5 x 38 cm
Erwerbung
1964 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Marianne Bruse, Berlin

Objektbeschreibung

In seinem „Selbstporträt mit Spiegel“ zeigt der Maler, Zeichner und Grafiker Bruse ein Bild im Bild. Links hält er die Kante des ungerahmten Spiegels, mittels dessen er sich selbst gemalt hat. Der ernsthafte Blick eines jungen Künstlers, der sich noch nicht in seinem gewählten Beruf etablieren konnte, sowie die strengen Gesichtszüge finden sich nicht nur in zahlreichen Selbstporträts wieder, sondern auch in den Bildern von Arbeitern, für die er später bekannt wurde. Bruse war in Magdeburg aufgewachsen und wurde dort mit circa 14 Jahren Fabrikarbeiter. Später belegte er neben einer Kaufmannslehre Zeichenkurse, danach schloss er ein Volontariat im Druckeratelier eines Grafikers an. Als Maler war Bruse Autodidakt und unterhielt, soweit bekannt, anfangs keine Beziehungen zu anderen Magdeburger Künstlern. 1932 trat er der KPD bei. Aufgrund seiner Mitwirkung als Zeichner an der Zeitung „Tribüne“ und weiterer Aktivitäten wurde er 1934 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt. Nach anderthalb Jahren Zuchthaus erhielt er Mal- und Ausstellungsverbot. Wegen der fortwährenden Beteiligung am kommunistischen Widerstand folgte Anfang 1945 erneut eine Anklage wegen Verrats, nach der Befreiung Magdeburgs durch sowjetische Truppen wurde er jedoch gerettet. Bald darauf setzte die breitere Wahrnehmung seines künstlerischen Werkes und seiner Ausstellungen ein. 1947 zog Bruse nach Berlin. In der DDR wurde er als Künstler, aber auch als kommunistischer Widerstandskämpfer gefeiert. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson