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Gärtnerei

Ident. Nr.: A II 758

ObjID: obj:966169

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bruno Müller-Linow (1909 - 1997),
Künstler*in
Datierung
1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gärtnerei
Übersetzung: Nursery
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 52 x 62,5 x 2 cm
Erwerbung
1932 Überweisung vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung

Objektbeschreibung

Die „Gärtnerei“ entstand 1931, während Müller-Linows letztem Studienjahr an der Staatlichen Kunstschule in Berlin. Im selben Jahr zeigte der junge Maler bereits seine Werke auf der „Juryfreien Kunstschau“ und in der Preußischen Akademie der Künste, worauf erste Ankäufe folgten. Das Gemälde gelangte ein Jahr nach seiner Fertigstellung durch Überweisung des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung in die Sammlung der Nationalgalerie. Müller-Linow hatte um 1929 damit begonnen, Motive aus seinem unmittelbaren Berliner Umfeld zu malen. Es sind Bilder von wenig belebten, friedlich daliegenden Straßen, Parks, Höfen und Schrebergärten, in die sich auch jenes Gemälde der Gärtnerei in Berlin-Pankow einreiht. In hellen, lichten Farben und einer freizügigen, pastosen Malweise hat der Künstler die flirrende sommerliche Atmosphäre wiedergegeben, wobei der Einfluss des französischen Impressionismus erkennbar wird. Durch Beete und ein Gewächshaus im unteren Bildbereich als Gärtnerei ausgewiesen liegen zwei Häuser, von hochstehenden Bäumen umgeben, im Bildzentrum. Die einzige dargestellte Person ist eine Gärtnerin mit Gießkanne, die sich farblich harmonisch in die Umgebung einfügt. Julius Meier-Graefe schrieb 1931 in der „Frankfurter Zeitung“, Müller-Linow betreibe eine Malerei, die „der Empfindung wieder freien Lauf“ gebe, und konstatierte: „Die Lyrik, die man ausgerottet glaubte, dringt wieder vor“ (zit. nach Hans-Jürgen Imiela, Bruno Müller-Linow. Aquarelle und Zeichnungen, Darmstadt 1972, S. 10). | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson