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Bildnis einer alten Dame

Ident. Nr.: A III 347

ObjID: obj:966176

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wolf Röhricht (1886 - 1953),
Künstler*in
Datierung
1917
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis einer alten Dame
Übersetzung: Portrait of an Old Lady
Provenienz
Kauf: Schlesisches Museum der bildenden Künste, Breslau,
1920 - vor 1953
Volksrepublik Polen,
1953
Freundschaftsgeschenk der Volksrepublik Polen an die Regierung der DDR,
1953
Schenkung: Ministerium für Kultur der DDR, Berlin,
1953–1954
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 105 x 90 cm
Erwerbung
1954 Überweisung des Ministeriums für Kultur als Teil des Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR

Objektbeschreibung

Das großformatige Ganzfigurenbildnis, das der Überlieferung nach eine Tante des Künstlers zeigt, war nach seiner ersten Ausstellung in der Freien Secession bald wieder in einer Einzelausstellung Röhrichts in der neu gegründeten Berliner Galerie Ferdinand Möller zu sehen. Mit dem dortigen Titel „Alte Dame im roten Stuhl“ ist bereits eine der drei Hauptfarben benannt, die Röhricht bei diesem Werk in lasierender, dünner Ölmalerei großflächig ausgebreitet hat. Die vornehme Dame in dunkelblauem Kleid sitzt vor einem türkisgrünen Hintergrund. Durch das Übereinanderlegen mehrerer Farbschichten hat Röhricht in jeder der Flächen vielfältige Farbschattierungen erzeugt, der Aquarellmalerei vergleichbar. In den folgenden Jahren arbeitete der Künstler ständig daran, diese Technik zu perfektionieren. Karl Scheffler, der schon die Ausstellung bei Möller besprochen hatte, resümierte später: „[…] er aquarelliert gewissermaßen auch mit Ölfarben“ (Karl Scheffler, [Berliner Ausstellungen], in: Kunst und Künstler, 29. Jg. [1931], S. 254). Ebenfalls 1917/1918 entstanden in verschiedenen Techniken Industrieansichten aus Oberschlesien, acht Lithografien verlegte Ferdinand Möller 1918 in der Mappe „Hüttenwerk“. 1920 erwarb das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau das charakteristische Werk des aus dem nahen Liegnitz stammenden Künstlers. 1954 wurde es mit zahlreichen anderen Arbeiten deutscher Künstler von der Volksrepublik Polen der Regierung der DDR als „Freundschaftsgeschenk“ übereignet. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz