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Ostseelandschaft

Ident. Nr.: A II 787

ObjID: obj:966240

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alfred Partikel (1888 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ostseelandschaft
Originaltitel: Paesaggio del Baltico
Übersetzung: Landscape at the Baltic Sea
Provenienz
Kauf: Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Berlin,
Herbst 1932 - 4.2.1933
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 50 x 76,5 cm
Erwerbung
1932 Überweisung vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

In Ahrenshoop auf dem Fischland hielt sich Partikel erstmals 1922 auf. 1924/1925 baute er sich dort ein eigenes Haus und betrachtete seitdem den Ort als eigentlichen Lebensmittelpunkt. Mit dem seit 1929 in der Nähe wohnenden Gerhard Marcks hatte ihn schon vorher eine Freundschaft verbunden, die sich nun intensivierte. Die „Ostseelandschaft“ entstand in einem schwierigen Moment seines Lebens: Aus Spargründen war die Kunstakademie in Königsberg, an der er seit 1929 die Landschaftsklasse leitete, wie andere Akademien auch zum 1. April 1932 geschlossen worden; Partikel kehrte mit ungewissen Zukunftsaussichten nach Ahrenshoop zurück. Seine große, stille Gartenlandschaft in kräftigen Farbtönen mit einem weiten Blick auf den Bodden ist kunstvoll und streng komponiert. Die drei dargestellten Personen wenden sich verschiedenen Richtungen zu, der Rückenfigur gab der Künstler pathetische Züge. Im Tagebuch notierte er zu etwa dieser Zeit: „Der Landschafter soll aus der Natur die Wesenszüge des Raums zu gestalten suchen, in den er vom Schicksal gestellt ist. ‚Landschaft’ darf man nicht dem ‚Motiv’ gleichsetzen. Der Begriff ‚Landschaft’ schließt mehr in sich ein als blauer Himmel, grüner Baum, rotes Dach usw. In der Landschaft ruht: das Werden und Vergehen der sichtbaren Natur in Verbindung mit dem Menschen. Darin beruht die tiefere Bedeutung der Landschaft überhaupt“ (zit. nach Alfred Partikel. Die „gebrochene Fiktion der Idylle“, Ausst.-Kat., Ahrenshoop, 2010, S. 24). | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson