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Der Wald

Ident. Nr.: NG 30/78

ObjID: obj:966254

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Emil Cimiotti (1927 - 2019),
Künstler*in
Datierung
1959
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Wald
Übersetzung: The Forest
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 51 x 65 x 43 cm
Erwerbung
1978 Ankauf von der Galerie Brusberg, Hannover

Objektbeschreibung

In bescheidenen Verhältnissen in Göttingen aufgewachsen, begann Cimiotti ab 1949 ein Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Karl Hils und Otto Baum. Ab 1957 gestaltete er kleinformatige Bronzen, deren feingliedrige, abstrahierende Strukturen sich in konvex-konkaven Formen rhythmisch aufbauen. Während eines neunmonatigen Aufenthalts in der Villa Massimo in Rom 1959 konzentrierte Cimiotti sich auf das Thema Landschaft. „Es sind Gebilde – prall, diesseitig, erdhaft – und zugleich bloße Haut, unterhöhlt, vorgegaukelt.“ (Notizen des Künstlers, Rom 1959, in: Ursula Schönewald, Emil Cimiotti. Plastiken und Zeichnungen, Hamburg 1996, S. 11) Dieses Spiel mit der Wirklichkeit betont der Bildhauer auch in der Bronze „Der Wald“. Die Oberfläche, die das Volumen der Plastik bildet, ist durchlöchert und gibt Blicke in das hohle Innere frei. Über eine gleichmäßig gearbeitete, gewölbte Bodenfläche ist eine Form gesetzt, die in dichtem Verbund nach innen und außen zu wogen scheint und in dieser Bewegung an Laubwerk im Waldes erinnert. Ermöglicht wurde die gestisch-direkte Arbeitsweise Cimiottis durch das Wachsausschmelzverfahren, das er ab 1955 einsetzte. Die Modellierung mit Wachs erlaubt größtmögliche Spontanität im Arbeitsprozess, sodass sich bis zur Herstellung des Negativs Veränderungen vornehmen lassen. Diese Unmittelbarkeit der Formfindung und die Betonung der Materialität verbinden Cimiotti mit den Grundideen des Informel. | Julia Hosp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson