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Bildnis des Malers Horst Saupe

Ident. Nr.: A IV 376

ObjID: obj:966342

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Tröger (1894 - 1978),
Künstler*in
Datierung
1926
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis des Malers Horst Saupe
Übersetzung: Portrait of the Painter Horst Saupe
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1978
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass des Künstlers (Gertrud Tröger, Dresden),
1978–1979
Abmessungen
Höhe x Breite: 98 x 68 cm
Erwerbung
1979 Ankauf aus dem Nachlass von der Schwester des Künstlers, Dresden

Objektbeschreibung

Den sächsischen Landschafts- und Städtemaler Horst Saupe (1895–1945) verband vermutlich eine längere Freundschaft mit dem ein Jahr älteren Tröger. Beide waren eine Zeit lang Nachbarn in der Dresdner Ostbahnstraße gewesen, in der in den 1920er- und 1930er-Jahren zahlreiche Künstler lebten. Saupe wohnte im Haus Nummer 17. Tröger gab eben diese Adresse zeitweise für sein Atelier an; zwischen 1924 und 1931 zeichnete und malte er den jüngeren Kollegen mit schütterem Haar mehrfach: beim Rauchen, Klavierspielen oder im Liegestuhl. Das mit 1926 datierte Ölbildnis von Saupe unterscheidet sich deutlich von den beiden ein Jahr zuvor geschaffenen flächenhaften Porträts des Vaters und der Schwester Trögers (A IV 375 und A IV 327). Die naturalistische wie plastische Erfassung des Dargestellten – etwa mittels Licht und Schatten, um Gesicht und Falten der Kleidung herauszuarbeiten – erinnert entfernt an Bilder der Mitstudenten an der Dresdner Kunstakademie wie Otto Griebel, Wilhelm Lachnit oder Hans Grundig, in deren Umfeld Tröger in der Ostbahnstraße arbeitete. | Franziska Lietzmann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson