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Geschwister

Ident. Nr.: B I 529

ObjID: obj:966347

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Emy Roeder (1890 - 1971),
Künstler*in
Datierung
1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Geschwister
Übersetzung: Siblings
Geografische Bezüge
Material / Technik
Kunststein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 33 x 36,5 x 31,5 cm
Erwerbung
1931 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Im Jahr 1928 schuf Roeder die Kunststeinbüste eines Geschwisterpaares. Innig umarmt der Bruder seine Schwester, die unter ihm in seinen Armen liegt, den gesenkten Kopf an ihr Gesicht gelehnt. Die Köpfe und Oberkörper der beiden sind stilisiert und mit wenigen markanten Zügen modelliert, wobei die Arbeitsspuren deutlich hervortreten. Roeder schuf mit ihrer Büste kein Porträt, vielmehr ging es ihr darum, einen vertrauten, intimen Moment voller Schmerz oder innerer Verbundenheit wiederzugeben. Es sind solche Gemütszustände und seelischen Befindlichkeiten, die zeit ihres Lebens eine zentrale Rolle im Werk der Künstlerin spielten. In „Geschwister“ hat sie die kantigen, kubischen Formen, die die Arbeiten der Bildhauerin noch Anfang der 1920er-Jahre bestimmt hatten (vgl. „Stute und Fohlen“, B I 595), zurückgenommen. Seit Mitte der 1920er-Jahre näherte sie sich immer mehr dem Naturvorbild, an dessen Verdichtung und Konzentration sie bis an ihr Lebensende arbeiten sollte. Wie Alfred Kuhn bereits 1921 in seiner Monografie über die sie angemerkt hatte, erhebt die Kunst Roeders, geschult an der Natur, „das Individuelle zum Allgemeinen, zum Typischen, aus dem Zufälligen wird das Notwendige, aus dem Momentanen das Dauernde“ (Alfred Kuhn, Emy Roeder, Leipzig 1921, S. 10). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson