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Kandalakscha am Weißen Meer

Ident. Nr.: A III 282

ObjID: obj:966438

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Vogeler (1872 - 1942),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: um 1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kandalakscha am Weißen Meer
Übersetzung: Kandalaksha on the White Sea
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1942
Nachlass/Vermächtnis: Jan Vogeler, Moskau,
1942 - Ende 1952
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 40 x 51 cm
Erwerbung
1952 Schenkung der Regierung der UdSSR an die DDR aus dem Moskauer Nachlass Heinrich Vogelers. 1953 der Nationalgalerie (Ost) übergeben

Objektbeschreibung

In den Jahren nach 1923 unternahm Vogeler zahlreiche Reisen in die Sowjetunion, bis er sich 1931 endgültig dort niederließ. Noch in Deutschland war der Künstler 1924 der KPD beigetreten. Nachdem er zunächst im Rahmen seiner Tätigkeit an der „Kommunistischen Universität der Nationalen Minderheiten des Westens“ in verschiedenen Regionen der Sowjetunion unterwegs gewesen war, fuhr er im Sommer 1925 erstmals im Auftrag der russischen Sektion der Internationalen Roten Hilfe (MOPR) nach Karelien und Murmansk. Dort sollte er sich in den folgenden Jahren am häufigsten aufhalten. Während der Reise von 1925 fertigte er zahlreiche Studien an, die er nach seiner Rückkehr nach Deutschland in vier Komplexbildern verarbeitete. Eine dieser Studien ist „Kandalakscha am Weißen Meer“. Sie gibt eines der Eisenbahnerdörfer an der neuen Strecke zwischen Leningrad (Sankt Petersburg) und der nördlich des Polarkreises gelegenen Hafenstadt Murmansk wieder. Doch Vogeler zeigt auf seinem Bild nicht den industriellen Fortschritt des Dorfes: die Fischkonservenfabrik, das Sägewerk oder die Eisenbahnwerkstatt, die er in seinem Reisebericht beschrieben hat (Heinrich Vogeler, Karelien, 1925, in: Peter Elze (Hrsg.), Reisebilder aus der Sowjetunion, Worpswede 1988, S. 120). Vielmehr bildete er in einer impressionistisch anmutenden Malweise und mit heller Farbigkeit die alte, direkt an der Kandalakscha-Bucht gelegene Fischerkolonie ab. Das Motiv integrierte er später in sein Komplexbild „Karelien und Murmansk“ (A III 273), in dem er es mit Szenen des industriellen Umbruchs kombinierte. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans