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Groteske I

Ident. Nr.: NG 20/57

ObjID: obj:966441

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Oskar Schlemmer (1888 - 1943),
Künstler*in
Datierung
1923
Weitere Titel
Sammlungstitel: Groteske I
Übersetzung: Grotesque I
Provenienz
Galerie Neumann-Nierendorf, Berlin,
383260
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 55 x 26,5 x 10 cm
Erwerbung
1957 Ankauf von der Galerie Meta Nierendorf, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Die „Groteske I“ ist ein „schelmischer Kopffüßler“ (Kleinplastik aus der Sammlung der Nationalgalerie, Berlin 1990, S. 26), ein skurriles und groteskes Fabelwesen, eine freie Verflechtung von Vogeltier und Mensch. Der Titel offenbart, dass es sich um eine zeitgenössische Interpretation figürlicher Renaissance-Kleinbronzen handelt. Die fantastische Skulptur ist durch ihre Materialität aus glatt poliertem Nussbaumholz und Elfenbein zugleich eine Kostbarkeit, die zur schmeichelnden Berührung einlädt. So muss sie gedacht gewesen sein, da Kopf und Korpus drehbar auf einem Metallstab befestigt sind, auf einem formelhaften Fußgebilde stehend. Die Rotation erzeugt ein Spiel mit der Dreidimensionalität. Je nach Ansicht und Drehung ist die Groteske Skulptur oder Relief. Gegenübergestellt werden das Reglose und das Bewegliche, aber zugleich das Eigenartige der Körperform und das Organische, Humane der Figur. Es handelt sich um eine von wenigen Rundplastiken, die Schlemmer schuf. Entstanden ist sie 1923 in der Bildhauereiwerkstatt des Bauhauses in Weimar, an dem der Künstler seit 1921 lehrte, und damit im Jahr der ersten „Bauhaus-Ausstellung“. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson