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IKB 49

Ident. Nr.: B 1084

ObjID: obj:966485

1977 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Yves Klein (1928 - 1962),
Künstler*in
Datierung
1960
Abmessungen
Höhe x Breite: 194,5 x 140 cm
Erwerbung
1977 Ankauf aus dem Nachlass des Künstlers durch das Land Berlin aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

Das monochrom blaue Gemälde „IKB 49“ gehört zu einer Serie von 194 Werken, die Klein zwischen 1957 und 1962 – in seiner „blauen Epoche“, wie er sie nannte – schuf. Die Werke, die von kleinen Formaten bis zu monumentalen Bildtafeln reichen, eint das charakteristische International Klein Blue (IKB). Dieses intensive, leuchtende Ultramarinblau entwickelte Klein gemeinsam mit dem Pariser Chemiker Edouard Adam zwischen 1955 und 1956 und ließ es 1960 patentieren. Dies weniger aus wirtschaftlichen Gründen als um das zu bewahren, was er die Authentizität der reinen Idee nannte. Durch die Verwendung von Rhodopas, einem synthetischen Harz, das in verdünnter Form als Bindemittel dient, gelang es, die Leuchtkraft der Pigmente zu bewahren und gleichzeitig für Haftung auf der Oberfläche zu sorgen. Klein trug die Farbe gleichmäßig mit einer Rolle auf und achtete darauf, dass auch die Bildränder vollständig bedeckt waren, sodass der Bildträger unsichtbar blieb. Dabei verzichtete er auf Pinselspuren, um die Farbe, die weder matt noch glänzend erscheint, als reine, unberührte Präsenz wirken zu lassen. Für den in Nizza geborenen Klein war Blau nicht nur eine Farbe, sondern ein Medium, um das Immaterielle, das Unendliche und das Spirituelle erfahrbar zu machen. Er betrachtete seine blauen Bilder als Manifestationen purer beziehungsweise poetischer Energie und Tiefe. Sich selbst sah er nicht als abstrakten Maler, sondern als realistischen Künstler, der Raum und Seele direkt abbildet. | Catherine Nichols

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson