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Das Urteil des Paris Verso: Das große Paar (Studie)

Ident. Nr.: B 9

ObjID: obj:966539

1949 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Mueller (1874 - 1930),
Künstler*in
Datierung
1913
Weitere Titel
Sammlungstitel: Das Urteil des Paris Verso: Das große Paar (Studie)
Übersetzung: The Judgement of Paris Verso: Lovers (study)
Provenienz
Galerie Fritz Gurlitt, Berlin,
1928
Schenkung: Nationalgalerie, Berlin,
1928–1937
Beschlagnahmung: Deutsches Reich/Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin,
16.8.1937–28.8.1940
Verwahrung: Depot Schloss Schönhausen, Berlin,
1938 - Januar 1940
Kommission: Bernhard A. Böhmer, Güstrow,
Januar 1940 - 28.8.1940
Tausch: Bernhard A. Böhmer, Güstrow,
28.8.1940
Galerie Franz, Berlin,
1949
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1949–1968
Material / Technik
Leimfarbe auf Rupfen
Abmessungen
Höhe x Breite: 179 x 124,5 cm
Erwerbung
1928 Schenkung an die Nationalgalerie. 1937 als "entartet" beschlagnahmt. 1949 Rückerwerb von der Galerie Franz, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

In der Otto-Mueller-Ausstellung der Berliner Galerie Paul Cassirer wurde das Bild „Das Urteil des Paris“ erstmals 1919 ausgestellt und auf 1913 datiert. Gleich den Gemälden „Adam und Eva“ (um 1913; Städel Museum, Frankfurt am Main) und „Auffindung des Moses“ (1919; Privatbesitz) ist es eines der wenigen Werke, denen Mueller einen expliziten Titel gegeben zu haben scheint. Allerdings hieß es 1919 „Vier lebensgroße Akte auf der Wiese“; vermutlich noch vor dem Erwerb 1928 wurde es umbenannt. Die vier großformatigen Figuren, ein Mann und drei Frauen, dominieren das Geschehen. Das Urteil des Paris gehört in der griechischen Mythologie zu den Auslösern des Trojanischen Krieges. Dabei geht es um die Entscheidung des trojanischen Königssohnes Paris, welche der Göttinnen Hera, Aphrodite und Athene die Schönste sei. In Muellers Wiedergabe der im Kreis befindlichen Gestalten in unterschiedlichen Positionen und Haltungen ist dieser thematische Bezug kaum nachzuvollziehen; er lässt sich nur durch den Bildtitel interpretieren. Die für den Maler typische, streng komponierte Figurenanordnung gibt wenig Spielraum für erzählerische Momente. Neben dieser Darstellung existieren im Schaffen Muellers Varianten mit einem ähnlichen Figurenrepertoire (Doppelfigur, Sitzende und Rückenakt), zum Teil mit deutlichen Bezügen zum vorliegenden Gemälde. Meist handelt es sich dabei um vielfigurige Bilder. Versionen ein und desselben Motivs erarbeitete der Künstler nicht nur in einer Technik, sondern in unterschiedlichen Gattungen, die sich wechselseitig inspirierten. Selten gehört ein männlicher Akt bei Mueller zu solchen Kompositionen. | Tanja Pirsig-Marshall

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson