Logo

Witwe mit Hund

Ident. Nr.: A IV 550

ObjID: obj:966549

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Marianne Gábor (1917 - 2014),
Künstler*in
Datierung
1953
Weitere Titel
Sammlungstitel: Witwe mit Hund
Originaltitel: Özvegyassony Kutyával
Übersetzung: Widow with Dog
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 110 x 80 cm
Erwerbung
1981 Übereignung durch das Zentralkomitee der SED (Geschenk an den X. Parteitag der SED 1981)

Objektbeschreibung

In einer Zimmerecke sitzt auf einem länglichen roten Polstermöbel, leicht nach links gewendet, eine ältere Frau in lavendelfarbenem Kleid. Ihre Hände hat sie im Schoß gefaltet. Zu ihren Füßen liegt entspannt ein weißer Hund. Das Licht, das wohl durch ein Fenster auf die Wand im Rücken der Dargestellten fällt, lässt beim Betrachten eine Idee des Raumes entstehen. Die auf die gedämpften Farben Rot, Blau und Weiß reduzierte, strenge Komposition aus Horizontalen und Vertikalen wird aufgelockert durch den pastosen Farbauftrag – Gábor arbeitete neben dem Pinsel auch mit dem Spachtel. Die Konturen der Gegenstände und Figuren im Bild, besonders die des Hundes, sind verschwommen. Diese Unschärfe und der in die Ferne schweifende, zugleich in sich gekehrte Blick der Frau verleihen der Darstellung einen flüchtigen, gleichwohl gedankenschweren Charakter. Wie in diesem Gemälde wählte die 1917 in Budapest geborene und zeitlebens dort ansässige Künstlerin, die an der Hochschule der bildenden Künste der Stadt studiert hatte, häufig alltägliche Momente als Sujet. Sie malte Menschen in ihrer Umgebung, Interieurs sowie Stillleben und hielt die Eindrücke ihrer vielen Reisen in Europa fest. Für ihr Schaffen, das auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland präsentiert wurde, wurde sie vielfach ausgezeichnet. | Lisa Hackmann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson