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Fischerhäuser am Achterwasser

Ident. Nr.: A IV 109

ObjID: obj:966551

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Manigk (1902 - 1972),
Künstler*in
Datierung
um 1940
Weitere Titel
Sammlungstitel: Fischerhäuser am Achterwasser
Übersetzung: Fishermen's Houses at the Achterwasser
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1967
Material / Technik
Öl auf Karton
Abmessungen
Höhe x Breite: 32 x 37 cm
Erwerbung
1967 Ankauf vom Künstler aus Geldvermächtnis Marie Prüfert

Objektbeschreibung

Das Achterwasser ist ein Boddengewässer, das an drei Seiten von der Insel Usedom umgeben wird und sich an der Südwestseite zum Peenestrom öffnet. An seinem östlichen Ufer liegt Ückeritz, wo Manigk ab 1932 häufig zu Besuch war und sich nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1947 dauerhaft niederließ. In seiner Darstellung der „Fischerhäuser am Achterwasser“ hat er eine zentrale Überzeugung seines Lehrers Johann Walter-Kurau vor Augen geführt: Farbe als das „primäre Gestaltungsmittel der Malerei“ anzusehen (Ralf Weingart, Klangbilder zwischen Farborganismus und Flächenarchitektur, in: Otto Manigk. 1902–1972. Malerei, Ausst.-Kat., Schwerin, 2001, S. 38). Der abstrahierende Effekt, der durch den gezielten Einsatz der Farbe entsteht, ist an den Fischerhäusern gut erkennbar. Landschaft, Gebäude und Himmel konstituieren sich nicht aus konkreten Formen oder in perspektivischer Relation zueinander, sondern rein aus grob abgegrenzten Farbstrichen oder Tupfern, die nebeneinandergesetzt sind. Weder der genaue Ort noch eine Tageszeit oder Wetterlage ist bestimmend; in dieser verschwommenen Welt geht es vielmehr um Kontrast, Gleichgewicht und den Blickfang durch die roten und orangen Töne in der Bildmitte. Manigks Werke waren zu Lebzeiten selten öffentlich zu sehen. Der Künstler malte vor allem Landschaften und Porträts; Aufträge erhielt er in den frühen Jahren der DDR. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson