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Herbstabend

Ident. Nr.: A II 594

ObjID: obj:966579

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wolf Röhricht (1886 - 1953),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Herbstabend
Übersetzung: Autumn Evening
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 100 x 125,5 cm
Erwerbung
1927 Ankauf durch das Ministerium für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

1919 hatte Röhricht Haus und Atelier in Frabertsham in Oberbayern erworben. Er kannte die eindrückliche Landschaft seit seinem Studium in München. Nun machte er Bayern zu seinem Hauptstudienfeld. Besonders ab Mitte der 1920er-Jahre entstanden großformatige, bildmäßige Aquarelle und aquarellartige Ölgemälde mit Motiven aus der Umgebung seines Hauses. Häufig finden sich Ansichten der bekannteren Seen vor grandioser Bergkulisse. Die Wirkung des Bildes „Herbstabend“, in flüssiger Ölmalerei ausgeführt, beruht nicht zuletzt auf der Spiegelung des herbstroten Gebüschs am Ufer sowie des türkisfarbenen Abendhimmels in dem klaren See. Ebenso wie dieses Gemälde gelangten unter Kultusminister Carl Heinrich Becker ab 1925 Werke zeitgenössischer Kunst in die Räume des Ministeriums in der Berliner Wilhelmstraße oder in andere Dienststellen. Sie wurden vom Kultusministerium erworben und in der Nationalgalerie inventarisiert. Die Kataloge der Neuen Abteilung der Nationalgalerie im Kronprinzen-Palais führen das Gemälde „Herbstabend“ nur kurzzeitig auf. Das eingängige, flott gemalte Werk war laut einer alten Karteikarte in der Künstlerakte des Zentralarchivs der Staatlichen Museen vor 1945 eine Weile im „Club der Auslandspresse“ in der Fasanenstraße in Berlin-Charlottenburg ausgestellt. Ab Oktober 1949, sofort nach Gründung der DDR, wurde es wiederum zum Schmuck von Repräsentationsräumen ausgewählt, dieses Mal jener des Präsidenten Wilhelm Pieck. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson