Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1990
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Serielle LineaturenÜbersetzung: Serial Linear Forms
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Ungrundierte Hartfaser auf Holzrahmen
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 150 x 100 cm
- Erwerbung
- 1992 Ankauf vom Künstler, Dresden
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966640
Objektbeschreibung
Als „Serielle Lineaturen“ bezeichnete Adler eine umfangreiche Serie von Zeichnungen und Gemälden, an denen er ab 1967 über viele Jahre hinweg arbeitete. Diese beruhen auf dem scheinbar einfachen Prozess des Zeichnens klarer, dunkler Linien auf einfarbigem Grund. Gleichzeitig könnte sich „Lineaturen“ auf die Linien in jedem Bild beziehen. Adler benutzte Rhythmus, Wiederholung und Illusion, um Fläche und Raum zu bilden und gegenüberzustellen. In seinem Werk in der Nationalgalerie teilen drei Gruppen von Linien, die jeweils fächerförmig von einem Fluchtpunkt ausgehen, die Fläche in Dreiecke und verleihen ihr Tiefe. Die doppelten Fluchtpunkte –zwei Linienbündel beginnen an derselben Stelle, jedoch gegeneinander versetzt – erzeugen Spannung. Wie ein optisches Rätsel steigen die Bildebenen auf oder versinken und entziehen sich dabei der räumlichen Logik. Obwohl Adler in der DDR bekannt war und etwa Aufträge für Kunst am Bau ausführte, erhielt er für die „Seriellen Lineaturen“, die mit weiteren Werkgruppen einen wesentlichen Teil seines Œuvres ausmachen, keine offizielle Anerkennung. Er unterhielt Kontakte nach Westeuropa, arbeitete aber unabhängig etwa von der Op-Art-Bewegung oder der Konkreten Kunst, mit denen sein Werk visuell verwandt erscheint. Nach dem Mauerfall 1989 entwickelte Adler die „Seriellen Lineaturen“ weiter und verwendete insbesondere das Grundschema des heute in der Nationalgalerie befindlichen Werkes bis 1992 in Dutzenden weiterer Arbeiten (WVZ Mössringer/Tauscher 2012, 579–599, 645–670). | Emily Joyce Evans
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de