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Stehende

Ident. Nr.: B 36

ObjID: obj:966645

1949 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1915
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stehende
Übersetzung: Standing Woman
Provenienz
Erna von der Marwitz, Potsdam,
389591
Kommission: Galerie von der Becke, Berlin,
1949
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1949–1968
Material / Technik
Bronze und Messing
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 19 x 4 x 3,3 cm
Erwerbung
1949 Ankauf von der Galerie van der Becke, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Zwischen 1915 und 1917 schuf Sintenis verschiedene Frauenplastiken. Sie alle zeichnen sich durch die stilisierten Formen von Körper und Gesicht sowie eine glatte Oberfläche aus. Während einige der Figuren bei alltäglichen Handlungen dargestellt sind – sich die Strümpfe anziehen (WVZ Ladwig/Berger 008), baden (NG 53/81) oder die Haare trocknen (NG 55/81) –, zeigte die Künstlerin andere, wie die „Stehende“ von 1915 (NG 52/81, B 36), statuarisch in sich ruhend und vollkommen auf sich selbst bezogen. Doch auch dort, wo Sintenis Bewegung und Handlung wiedergibt, wirken die unbekleideten, etwas überlängten Frauenkörper eher statisch und seltsam entrückt. Es ging der Bildhauerin in ihren kleinformatigen Figuren nicht um die Darstellung individueller Personen, sondern vielmehr um die Visualisierung eines weiblichen Ideals, was sich auch in ihrem Verzicht auf physiognomische Details ausdrückt. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson